Französische Salon-Malerei des 19. Jahrhunderts
Im Pariser Salon entschied sich, wer als Maler galt. Französische Salon-Malerei des 19. Jahrhunderts, akademische Landschaften und Genrebilder, darunter Arbeiten von René Maurice Fath, bieten wir Ihnen mit kunsthistorischem Kontext zum Erwerb. Bei uns an der Schlei, unweit von Kappeln.
Französische Salon-Malerei und 19. Jahrhundert
Friedrich August von Kaulbach: Druckgrafik Kastagnetten-Tänzerin, bezeichnet, um 1914
Friedrich August von Kaulbach (1850 München – 1920) zählte zu den bekanntesten deutschen Porträt- und Figurenmalern der Jahrhundertwende. Als Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft und späterer Direktor der Münchener Kunstakademie prägte er das Münchener Kunstleben um 1900. Sein Werk umfasst repräsentative Gesellschaftsportraits, elegante Frauendarstellungen und dekorative Figurenbilder.Das großformatige Blatt zeigt eine Kastagnettentänzerin in einem goldgelben, schwingenden Rock mit weißer Rüschenborte und einem dunkel bestickten Mieder, die Arme leicht erhoben, im Tanz erstarrt. Der warme Ocker-Braun-Ton des Hintergrunds umspielt die Figur weich. Papier auf Leinwand, grafischer Druck, unten links bezeichnet „F.A.Kaulbach". Maße mit Rahmen: 106 × 69 cm.Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Friedrich Perlberg: Ölgemälde Römische Wasserleitung mit Ruine, signiert, zweite Hälfte 19. Jahrhundert
Friedrich Perlberg (1848 Nürnberg – 1921 München) zählt zu den bedeutenden deutschen Orientalisten und Architekturmalern der Gründerzeit. Er studierte an der Kunstakademie Nürnberg und bereiste den Nahen Osten sowie die Mittelmeerländer, deren Lichtqualität und Ruinenlandschaften er in einer präzisen, stimmungsvollen Malweise festhielt.Das Gemälde zeigt eine römische Wasserleitung mit Ruine in Öl auf Leinwand, 54 × 35,5 cm ohne Rahmen. Unten rechts signiert „F. Perlberg".Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Heinrich Gogarten: Ölgemälde Partie am Riessersee bei Garmisch-Partenkirchen, signiert datiert, Düsseldorfer Schule, 1895
Heinrich (Henri) Gogarten (1850 Linz/Rhein – 1911 München) zählte zu den vielseitig ausgebildeten deutschen Landschaftsmalern seiner Generation. Er studierte bei Oskar Achenbach an der Düsseldorfer Akademie, hielt sich von 1874 bis 1877 in Paris auf und ließ sich danach in Hamburg-Eppendorf, dann in München und Dachau nieder. Seit 1880 beschickte er regelmäßig die Berliner und Dresdner Akademieausstellungen sowie den Münchener Glaspalast. Seine Werke befinden sich in den Museen von Lübeck und Dachau.Das Gemälde zeigt eine Partie am Riesser See bei Garmisch-Partenkirchen in Öl auf Leinwand, signiert und 1895 datiert. Der Blick geht von erhöhtem Standpunkt über einen stillen Bergsee in ein weites Tal, flankiert von dichten Nadelwäldern. Im Hintergrund ein schneebedeckter Gipfel, im Vordergrund eine Figur auf dem Weg. Die Farbgebung ist kühl und klar, die Atmosphäre sorgfältig beobachtet.Maße mit Rahmen: 70 × 85 cm. Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Johan Barthold Jongkind: Ölgemälde Kähne bei Dordrecht, zugeschrieben, Impressionismus, 19. Jahrhundert
Johan Barthold Jongkind (1819–1891) gilt heute als einer der wichtigsten Wegbereiter des Impressionismus. Manet nannte ihn den "Vater der modernen Landschaft", Monet bekannte, ihm "die Schulung meines Auges" zu verdanken. Dieses kleine Werk in Öl auf Pappe zeigt Kähne bei Dordrecht: dunkle, mächtige Baumsilhouetten über dem Wasser, ein Boot liegt am Ufer, ein weiteres ist im Hintergrund angedeutet. Das Licht ist diffus und wolkig, die Atmosphäre bedeckt. Die Pinselführung ist spontan, mit schmalem, skizzenhaftem Duktus.Das Gemälde wird Jongkind zugeschrieben. Bildmaß 22 cm × 14 cm. Jongkind stellte ab 1848 im Pariser Salon aus, der Staat kaufte zwei seiner Werke, und 1858 erhielt er eine Silbermedaille in Dijon. Seine Arbeiten befinden sich im Musée d'Orsay sowie in Sammlungen in den Niederlanden und Frankreich.
Paul Hoeniger: Ölgemälde Die Weberin, signiert datiert, Wilhelminische Epoche, 1896
Paul Hoeniger (1865–1924) wurde in Berlin geboren und ist dort auch gestorben. Das Gemälde "Die Weberin" entstand 1896 und gehört damit in die Wilhelminische Epoche, in der Arbeiter- und Handwerkerdarstellungen ein bedeutendes Genre der deutschen Malerei bildeten.Das Gemälde zeigt eine Frau in dunklem Kleid, die an einem Webstuhl steht und arbeitet. Die Figur ist von der Seite gesehen, das Licht fällt von links durch ein Fenster. Der Webstuhl und die Textilmaschine sind detailliert dargestellt. Der Hintergrund ist gedämpft in Grau- und Brauntönen gehalten. Das Gemälde ist Öl auf Leinwand, oben rechts datiert und signiert 1896, 31 x 39 cm ohne Rahmen.
Rene Maurice Fath: Ölgemälde Am Fluss bei Fontainebleau, signiert, zweite Hälfte 19. Jahrhundert
René Maurice Fath (1850 Paris – 1922) gehört zur Generation der französischen Landschaftsmaler, die im Umfeld der Schule von Barbizon arbeiteten und die Waldlandschaften bei Fontainebleau als Motiv schätzten. Das großformatige Gemälde in Öl auf Leinwand, 117 × 130 cm mit Rahmen, zeigt eine sommerlich-üppige Flusslandschaft mit knorrigen Laubbäumen am Ufer, deren Äste das diffuse Nachmittagslicht filtern. Ein ruhiges Gewässer spiegelt das helle Laub, im Hintergrund öffnet sich das Tal zu felsigem Gelände.Die Pinselführung ist sicher und stimmungsvoll, die Komposition aus dem Bestand der klassisch-akademischen Tradition und dem beobachtenden Realismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Das Gemälde ist unten links signiert.Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Französische Salon-Malerei und 19. Jahrhundert
Akademisch geschulte Malerei aus der Epoche des Pariser Salons, von der Schule von Barbizon bis zu den Wegbereitern des Impressionismus.
Diese Kategorie versammelt Ölgemälde und Arbeiten des 19. Jahrhunderts aus dem Umfeld des französischen Kunstbetriebs, der über Jahrzehnte vom Pariser Salon bestimmt wurde. Im Bestand finden sich Landschaften aus dem Wald von Fontainebleau ebenso wie Werke von Malern, die regelmäßig im Salon ausstellten.
Die Strömung
Der Salon war die offizielle Kunstausstellung der französischen Académie des Beaux-Arts und ging auf eine erstmals 1667 unter Ludwig XIV. veranstaltete Schau zurück. Im 19. Jahrhundert wurde er zum Mittelpunkt des französischen Kunstbetriebs: 1855 zählte man 891.682 Besucher, 1880 beteiligten sich 5.184 Künstler mit 7.289 Exponaten. Über eine Jury, die ab 1804 über Zulassung und Prämierung entschied, war die Aufnahme lange Voraussetzung, um als Künstler allgemein anerkannt zu werden.
Die Salonmalerei gilt als Stilrichtung des 19. Jahrhunderts mit klassizistisch-akademischer Malweise, die sich an Geschmack und Erwartung des Pariser Publikums orientierte. Bevorzugt wurden historisierende sowie literarisch-mythologische Themen und vielfigurige Szenen. Daneben stand mit der Schule von Barbizon die im Wald von Fontainebleau arbeitende Landschaftsmalerei, der im Bestand der Galerie etwa René Maurice Fath (1850 Paris–1922) nahesteht.
Vom Salon zur modernen Malerei
1863 ließ Napoleon III. nach Protesten gegen die strenge Jury-Auswahl den Salon des Refusés einrichten, eine Gegenausstellung der abgewiesenen Werke, die vielen Kunsthistorikern als Geburtsstunde der modernen Kunst gilt. 1880 endete die staatlich geregelte Ausstellung. Zu den Wegbereitern dieser Entwicklung zählt Johan Barthold Jongkind (1819–1891), der ab 1848 im Pariser Salon ausstellte; Manet nannte ihn den Vater der modernen Landschaft, Monet führte die Schulung seines Auges auf ihn zurück. Werke Jongkinds befinden sich heute im Musée d'Orsay.