Sakrale Gemälde & geistliche Motive
Sakrale Malerei sucht das Licht hinter den Dingen. Kirchenräume, Altäre und spirituelle Kompositionen vom Barock bis zur Moderne, signiert und datiert, bieten wir Ihnen zum Erwerb. Bei uns an der Schlei, unweit von Kappeln.
Sakrale Gemälde
Charlotte „Murkel" Schuberth: Ölgemälde Installation, bezeichnet, 1970er/1980er Jahre
Charlotte (Murkel) Schuberth (1914–2000) schuf „Installation" in Öl auf Leinwand, 95 × 175 cm, und datierte das Werk auf 1630/1980. Das Gemälde zeigt eine bildgroße Szene mit mehreren Figuren in weißen Gewändern, die ein eingearbeitetes altes Porträt-Gemälde hochhalten oder präsentieren. Das dunkle Altmeister-Binnenbild mit einer Frauenfigur bildet das zentrale Element, umgeben von skizzenhaft gezeichneten Figuren in Murkels freier Strichführung. Unten rechts signiert mit „Murkel".Das Werk gehört zu den charakteristischen Großformaten Murkels, in denen sie historische Bildnisse in ihre expressive Bildsprache einbettet. Die Datierungsdopplung 1630/1980 verweist auf den Dialog zwischen einem alten Meisterwerk und Murkels kommentierendem Eingriff. Provenienz: Kieler Privatsammlung.
Gerrit M.Bekker(1943-2025)-Ankündigung der Tafel-Triptychons auf Tischplatte-Hauptwerk
Gerrit Michalis Bekker (1943 – 2025)Bedeutender norddeutscher Maler, Grafiker und SchriftstellerMonumentales Triptychon (dreiteilig klappbar, schwere Original- Scharniere)Mischtechnik / Öl auf massiver hölzerner Tischplatteca. 79 cm × 205 cm (Gesamtmaß vollständig geöffnet)ca. 1978 – 1989 (laut authentischer rückseitiger Dokumentation) Absolute Rarität. Rückseitig vollflächig bezeichnet, skizziert und signiert.Das Meisterwerk trägt auf der Rückseite die zentrale, in markantem Rot aufgetragene Eigenbezeichnung bzw. den Übertitel „Ankündigung der Tafel“. Es dokumentiert eine über ein ganzes Jahrzehnt (1978–1989) gereifte und intensiv bearbeitete Schaffensphase des Künstlers.Die Rückseite fungiert als intellektuelles Fundament und offenbart das komplexe mythologische und literarische Programm des Werkes. Bekker hat hier vier vollfarbige, separate Motiv-Studien (Mischtechnik auf Kartonagen/Serviertassen) dauerhaft montiert und diese handschriftlich zugeordnet:1. „Das Gastmahl des Trimalchio“ – Ein direkter Bezug zur antiken Gesellschaftssatire des Petronius (Satyricon), welche ein rauschhaftes, opulentes und dekadentes Festmahl thematisiert.2. „Biblis“ – Reminiszenz an die tragische Figur der griechisch-römischen Mythologie, die sich aus unglücklicher Liebe in eine unversiegende Quelle verwandelte.3. Zwei weitere expressive Figurengruppenstudien, die das dichte, narrative Geflecht der Vorderseite kompositorisch vorbereiten.Preis auf Anfrage.Weitere Werke des Künstlers in unserem Sortiment(1)Weitere Werke des Künstlers in unserem Sortiment(2)Weitere Werke des Künstlers in unserem Sortiment(3)
Gustav Wustman: Ölgemälde Barocker Kirchenraum mit Hochaltar, signiert datiert, 1920er Jahre
Gustav Wustman (1873–1939) war Leipziger Maler, ausgebildet bei Knirr und von Marr, und bekleidete das Amt des ersten Vorsitzenden des Leipziger Künstlervereins. Dieses Gemälde "Altar" zeigt das Innere einer barocken Kirche mit prächtigem Hochaltar: ein vergoldetes Altarretabel mit figürlichem Bild in der Mitte dominiert den Chorraum, flankiert von zwei seitlichen Altären mit Heiligenfiguren und vergoldeten Leuchtern. Die Malerei erfasst die Lichtführung des Kirchenraums mit den gedämpften Grüntönen der Wände und dem Goldglanz der Ausstattung. Unten rechts signiert und datiert 1924.Öl auf Leinwand, Bildmaß 55,5 cm × 66 cm ohne Rahmen. Sehr gute Erhaltung.
Porträt eines hochrangigen Geistlichen (Kardinal oder Papst in inoffiziellem Ornat)-Römische Schule (Scuola Romana — fine XVIII - inizio XIX sec.)
Porträt eines hochrangigen Geistlichen (Kardinal oder Papst in inoffiziellem Ornat)18. Jahrhundert (Spätbarock bis Klassizismus / Ende 18.JahrhundertRömische Schule (Scuola Romana — fine XVIII - inizio XIX sec.)Das Gemälde im Hochformat zeigt das Brustbildnis eines reiferen, männlichen Geistlichen vor einem monochromen, stark abgedunkelten Hintergrund. Das Modell ist im Dreiviertelprofil nach rechts gewendet, wendet den Blick jedoch direkt und fixierend dem Betrachter zu.Der Dargestellte trägt die offizielle liturgische bzw. hierarchische Kleidung eines hohen Prälaten der katholischen Kirche. Das Haupt wird von einem eng anliegenden Camauro (einer traditionellen samtenen oder wollenen Papst- und Kardinalskappe) in tiefem Karmesinrot bedeckt, unter dem dunkles, dicht gelocktes Naturhaar hervortritt. Am Hals schließt ein steifer, weißer Kragen (Halskrause bzw. Collaro) ab, der fein plissiert ist und sich kontrastreich vom Gewand abhebt. Der Oberkörper ist in eine schwere, schimmernde Mozzetta (schulterbedeckender Ellbogenmantel) gehüllt, die ebenfalls in einem kräftigen Karmesin- bis Scharlachrot gehalten ist. Die Knopfleiste auf der Vorderseite zeigt eine dichte Reihe kleiner, stoffüberzogener Zierknöpfe, gesäumt von einer hellen, pelz- oder seidenartigen Borte entlang der Verschlusskante.Das Werk wird kunsthistorisch der Scuola Romana (Römischen Schule) an der Wende vom späten 18. Jahrhundert zum beginnenden 19. Jahrhundert (fine XVIII - inizio XIX secolo) zugeordnet. Stilistisch steht es in der langen Tradition der römischen Staatsporträtierung, die maßgeblich durch Meister wie Diego Velázquez (Porträt Innozenz' X.) und später Carlo Maratta geprägt wurde, bewegt sich hier jedoch in einer klassizistisch beruhigten Ausprägung.• Licht- und Farbgebung: Die Farbpalette wird absolut dominierend von den komplementären Kontrasten zwischen dem tiefen Rot des Gewands, dem reinen Weiß des Kragens und den warmen Inkarnatstönen (Hautfarben) des Gesichts beherrscht. Der Hintergrund entzieht sich durch seine diffuse Dunkelheit jeglicher räumlichen Verortung (Chiaroscuro-Tradition), was die Plastizität und Präsenz des Dargestellten dramatisch steigert. Das Licht fällt von links oben ein und modelliert präzise die Gesichtszüge sowie den charakteristischen Faltenwurf des Samtes.• Duktus und Malweise: Der Farbauftrag ist meisterhaft kontrolliert und weitgehend akademisch geschlossen. Besonders in den Texturen der Mozzetta zeigt sich ein feines Gespür für Stofflichkeit: Durch gezielte Aufhellungen und weiche Verläufe wird der typisch matte Glanz von Samt oder schwerer Seide imitiert. Das Gesicht ist mit feinsten Pinselstrichen individualisiert, ohne die Oberfläche zu stark zu glätten, wodurch eine bemerkenswerte psychologische Tiefe entsteht.Die Kleidung (Camauro und Mozzetta ohne Kapuze) deutet im strengen Zeremoniell der römischen Kurie primär auf die Würde eines Papstes hin, wurde jedoch in bestimmten historischen Kontexten oder informellen Porträtsituationen auch von Kardinälen getragen. Die Physiognomie des Dargestellten — geprägt von einer markanten, langen Nase, vollen Lippen, einem leicht ausgeprägten Doppelkinn und wachen, dunklen Augen — erinnert stark an prominente Figuren des römischen Klerus dieser Epoche.Historischer Kontext: Die Epoche um 1800 war in Rom von extremen politischen Umbrüchen geprägt (Napoleonische Besatzung, Römische Republik, Konklave in Venedig). Porträts dieser Zeit dienten oft der Selbstvergewisserung klerikaler Macht und Legitimität. Die strenge, fast asketische und doch prachtvolle Darstellung spiegelt den Zeitgeist des kirchenpolitischen Widerstands und des beginnenden Klassizismus widerDas Gemälde befindet sich, soweit optisch durch die Fotografie beurteilbar, in einem altersgemäß guten Zustand. Die Leinwand scheint stabil; auf der Oberfläche ist ein feines, altersbedingtes Craquelé sichtbar, welches die Authentizität des Werkes unterstreicht. Der Firnis ist leicht nachgedunkelt, was den Farben eine warme, historische Tiefe verleiht. Der prunkvolle, blattvergoldete Rahmen der Epoche weist minimale Altersspuren auf und ergänzt das Exponat repräsentativ.Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich um ein qualitätvolles Zeugnis der römischen Porträtmalerei an der Schwelle zum 19. Jahrhundert. Es besticht durch seine psychologische Eindringlichkeit und die virtuose Handhabung der roten Farbskala. Für den Kunstmarkt sowie für sammlerische Kontexte stellt dieses Werk der Scuola Romana ein historisch und ästhetisch hochinteressantes Objekt dar, dessen detaillierte Provenienz und genaue Identität des Dargestellten in weiteren Archivalienforschungen (ggf. im Vatikanischen Archiv) zu verifizieren wäre.
Sven Eilo: Mischtechnik Abstrakte Komposition mit Metallapplikationen, signiert, Abstrakt, 1973
Sven Eilo ist ein skandinavischer Künstler, der um 1973 Mischtechnik-Arbeiten schuf, die Ölmalerei mit Metall-Assemblagen verbinden. Das Werk stammt aus einer Privatsammlung aus Paris.Das quadratische Großformat von 100 × 100 cm verbindet expressive Ölmalerei mit aufgesetzten Metallobjekten. Der Bildraum leuchtet in Gelb und Grün, durchbrochen von einer dunklen Kreisform in der Bildmitte. Ringsum sind schematische Figuren aus Blech und Draht montiert: totemhafte Stelen links, ein Quadergebilde mit runden Öffnungen rechts, in der Mitte und unten weitere Metallelemente. Rost- und Patinaspuren sind bewusst eingesetzt. Die Ölfarbe ist pastos und strukturreich, mit weißen Ritzzeichnungen und linearen Sprühspuren. Das Werk ist unten rechts signiert und datiert 1973. Die Arbeit steht in der Nähe zur CoBrA-Bewegung und zur Arte Povera.