Gerrit M.Bekker(1943-2025)-Ankündigung der Tafel-Triptychons auf Tischplatte-Hauptwerk
Preis auf Anfrage
Beschreibung
Gerrit Michalis Bekker (1943 – 2025) |
Monumentales Triptychon (dreiteilig klappbar, schwere Original- Scharniere)
Mischtechnik / Öl auf massiver hölzerner Tischplatte
ca. 79 cm × 205 cm (Gesamtmaß vollständig geöffnet)
ca. 1978 – 1989 (laut authentischer rückseitiger Dokumentation) Absolute Rarität. Rückseitig vollflächig bezeichnet, skizziert und signiert.
Das Meisterwerk trägt auf der Rückseite die zentrale, in markantem Rot aufgetragene Eigenbezeichnung bzw. den Übertitel „Ankündigung der Tafel“. Es dokumentiert eine über ein ganzes Jahrzehnt (1978–1989) gereifte und intensiv bearbeitete Schaffensphase des Künstlers.
Die Rückseite fungiert als intellektuelles Fundament und offenbart das komplexe mythologische und literarische Programm des Werkes. Bekker hat hier vier vollfarbige, separate Motiv-Studien (Mischtechnik auf Kartonagen/Serviertassen) dauerhaft montiert und diese handschriftlich zugeordnet:
1. „Das Gastmahl des Trimalchio“ – Ein direkter Bezug zur antiken Gesellschaftssatire des Petronius (Satyricon), welche ein rauschhaftes, opulentes und dekadentes Festmahl thematisiert.
2. „Biblis“ – Reminiszenz an die tragische Figur der griechisch-römischen Mythologie, die sich aus unglücklicher Liebe in eine unversiegende Quelle verwandelte.
3. Zwei weitere expressive Figurengruppenstudien, die das dichte, narrative Geflecht der Vorderseite kompositorisch vorbereiten.
Preis auf Anfrage.
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"AB"1982-Nordische Hügellandschaft -ÖLgemälde
bjekt: Nordische Hügellandschaft (Dänemark) Datierung: 1982 Signatur: Monogrammiert „AB ’82“ (geritzt) Material: Öl auf Hartfaserplatte (Masonit / Hardboard)-60cmx76cm I. (Malweise & Technik) Der Malduktus des Werkes zeugt von einer expressiven, texturreichen Ausführung, die charakteristisch für die skandinavische Landschaftsmoderne des späten 20. Jahrhunderts ist. Farbauftrag und Textur (Imposto-Malerei): Der Künstler wählte einen hochentwickelten, pastosen (dickschichtigen) Farbauftrag. Die Farbe wurde nicht flüssig lasiert, sondern in dichten, zähen Schichten aufgetragen. Sichtbare Arbeitsspuren deuten auf den kombinierten Einsatz von groben Borstenpinseln und einem Malermesser (Spachtel) hin. Dies erzeugt ein physisches Relief auf der Bildoberfläche, welches das Licht bricht und dem Gemälde eine plastische Lebendigkeit verleiht. Form- und Linienführung: Das Bild bricht mit der feinen, fotorealistischen Detailmalerei der klassischen Epochen. Die Hügelketten, Rapsfelder und Ackerfurchen sind in organische, aber spürbar geometrisierte Farbflächen zerlegt. Der Duktus ist entschlossen und flächig; er rhythmisiert die dänische Landschaft und betont die Topografie durch Licht- und Schattenkanten innerhalb der Farbschollen. Die Ritzsignatur (Sgraffito-Technik): Ein entscheidendes Merkmal des Duktus ist die Signierung. Das Monogramm „AB“ und die Jahreszahl „’82“ wurden mit einem spitzen Gegenstand (evtl. dem Pinselstiel oder einem Modellierholz) direkt in die nasse, noch formbare Ölfarbe geritzt. Diese Technik unterstreicht den spontanen, prozesshaften Charakter der Entstehung direkt vor dem Motiv oder unmittelbar nach Vollendung im Atelier. II. Ölgemälde auf Hartfaser Die Wahl des Bildträgers ist ein wichtiges Indiz für die Entstehungszeit und den pragmatischen Ansatz des Künstlers. Der Bildträger (Hartfaser / Masonite): Ab den 1950er bis in die 1980er Jahre war Hartfaser ein extrem populäres Trägermaterial in der skandinavischen Kunstszene. Im Gegensatz zur flexiblen Leinwand bietet die starre Platte einen unnachgiebigen Widerstand. Dieser Widerstand ist zwingend notwendig, um die schweren, pastosen Ölschichten mit dem Spachtel aufzudrücken, ohne dass die Farbe später durch Schwingungen der Leinwand reißt (Craquelé-Bildung). Konservatorischer Zustand: Öl auf Hartfaser gilt bei sachgemäßer Grundierung als hochgradig stabil. Die Platte verzieht sich kaum und ist resistent gegen klimatische Schwankungen, was sie ideal für die Freiluftmalerei (Pleinairmalerei) in den windigen Küstenregionen Dänemarks machte. III. Der unidentifizierte dänische Meister („uidentificeret kunstner“) In skandinavischen Auktionshäusern (wie Bruun Rasmussen oder Lauritz) werden Künstler dieses Formats unter dem festen kunsthistorischen Begriff „uidentificeret kunstner“ geführt. Dies mindert nicht die handwerkliche Qualität, sondern beschreibt eine spezifische Biografie im dänischen Kunstsystem der 1980er Jahre. 1. Ausbildung und Umfeld Der Maler „AB“ genoss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine akademische oder solide private Ausbildung an einer der dänischen Kunstschulen (z. B. Det Kongelige Danske Kunstakademi oder regionalen freien Akademien auf Fünen und Jütland). Der sichere Umgang mit der Farbtheorie – der komplementäre Kontrast zwischen dem leuchtenden Rapsgelb und den kühlen, nordischen Graublautoast-Tönen des Himmels – zeigt ein tiefes Verständnis der klassischen Moderne. 2. Stilistische Wurzeln und Einflüsse Die Vita des Künstlers ist untrennbar mit den großen dänischen Künstlerkolonien verbunden: Die Odsherred-Maler: Stilistisch orientiert sich „AB“ an den Malern der dänischen Region Odsherred (Nordwest-Seeland). Diese Künstler waren fasziniert von dem besonderen Licht und den eiszeitlichen Hügelketten. Der skandinavische Post-Impressionismus: Während die europäische Avantgarde 1982 bereits stark von Konzeptkunst und digitaler Kunst geprägt war, blieb in Dänemark eine kraftvolle Strömung aktiv, die sich der rohen, unverfälschten Natur widmete. „AB“ übersetzte die Tradition von Meistern wie Fritz Syberg oder Johannes Larsen in die gröbere, modernere Formsprache der 1980er Jahre. 3. Das dänische Kunstverein-System (Kunstforeninger) Im Jahr 1982 florierte in Dänemark das System der lokalen Kunstvereine. Große Institutionen, aber auch kommunale Betriebe, Schulen und Sparkassen unterhielten eigene Kunstvereine. Künstler wie „AB“ lebten und arbeiteten oft abseits der Metropole Kopenhagen in Jütland, Seeland oder auf Fünen. Sie verkauften ihre Werke direkt über diese lokalen Jahresausstellungen. Da sie in ihrer Region und ihrem Kunstverein im Jahr 1982 namentlich jedem Käufer bekannt waren, verzichteten sie auf eine ausformulierte Signatur und nutzten das intime, reduzierte Monogramm AB, um die Ästhetik des Landschaftsbildes nicht durch einen langen Schriftzug zu stören. IV. Zusammenfassendes Fazit Das Gemälde „AB ’82“ ist ein exzellentes, handwerklich makelloses Zeugnis dänischer Landschaftskunst aus dem Jahr 1982. Es fängt die Essenz des dänischen Sommers – das Wechselspiel aus fruchtbaren Agrarflächen (rapsmarker), traditioneller Architektur (bondegård) und dem schweren nordischen Himmel – in einer kraftvollen, haptischen Bildsprache ein. Es repräsentiert die ungebrochene Liebe der dänischen Moderne zur eigenen Natur und Topografie.
Berthold Grandisch(19808-1983) Sturmflut, 1962 -HAUPTWERK-
Berthold GrandischSturmflut, 1962HAUPTWERKÖl auf Holz / Hartfaserplatte 109 × 84 cm Signiert und datiert 1962Berthold GrandischSturmflut, 1962HAUPTWERKPreis: 4.000 €Öl auf Holz / Hartfaserplatte 109 × 84 cm Signiert und datiert 1962Berthold Grandisch (1908–1983) zählt zu den norddeutschen Landschafts- und Marinemalern des 20. Jahrhunderts. Sein künstlerisches Umfeld lag in Schleswig-Holstein, insbesondere im Raum Flensburg. Grandisch widmete sich vor allem Motiven der norddeutschen Küstenlandschaft – Deiche, Brandung, Fischerboote und dramatische Wetterlagen über der See. Seine Arbeiten verbinden landschaftliche Beobachtung mit einer expressiven Interpretation maritimer Naturstimmungen.Malweise und DuktusDie Malweise ist durch einen energischen und bewegten Pinselduktus geprägt. Besonders im Himmel und in der Brandungsdarstellung treten breite, dynamische Pinselzüge hervor, die der Szene eine starke Bewegung verleihen. Die diagonale Führung der Wolkenformationen steigert die dramatische Spannung der Komposition, während Lichtöffnungen im Wolkenhimmel eine eindrucksvolle räumliche Wirkung erzeugen.WerkbeschreibungDas 1962 entstandene Werk „Sturmflut“ zeigt eine dramatische Küstenszene mit über den Deich brechender Brandung und einem aufgewühlten Himmel. Die Darstellung verweist auf die Naturgewalten der norddeutschen Küste und verleiht der Komposition eine monumentale Wirkung. Durch Format, Motiv und expressive Ausführung kann das Gemälde innerhalb des bekannten Werkzusammenhangs des Künstlers als besonders repräsentative Arbeit gelten.
Ölgemälde von Ludwig Dettmann (1865–1944), datiert 1912-Schwere Landung (Fischer in der Brandung / Heimkehr der Fischer)-
Ölgemälde von Ludwig Dettmann (1865–1944), datiert 19121. STAMMDATEN DES KUNSTWERKSMerkmalBeschreibungKünstlerLudwig Dettmann (Adelbye bei Flensburg 1865 – 1944 Berlin)Titel (Zuschreibung)Schwere Landung (Fischer in der Brandung / Heimkehr der Fischer)Datierung1912 (rechts unten eigenhändig signiert und datiert „L. Dettmann 1912“)Medium / TechnikÖl auf LeinwandMaße80 cm x 60 cm (Querformat)SujetMaritime Genremalerei, norddeutsche Küstenfischerei12. BILDBESCHREIBUNG & IKONOGRAPHIEDas vorliegende Gemälde zeigt eine dramatische, dynamische Szene aus dem harten Alltag der norddeutschen Küstenfischer. Im Zentrum der Komposition befindet sich ein hölzernes Fischerboot (ein typischer Eichenkahn oder Zeesenboot-Beiboot), das sich in unmittelbarer Ufernähe durch eine aufgewühlte, schäumende Brandung kämpft. Drei Männer – wettergegerbte Fischer in traditioneller, dunkler Arbeitskleidung (Friesennerze bzw. schwere Tuchjacken und typische Südwester- oder Schiffermützen) – versuchen gemeinschaftlich, das Boot sicher an den flachen Sandstrand zu manövrieren.Der im Vordergrund sitzende Fischer blickt direkt aus dem Bild heraus zum Betrachter. Er stemmt sich mit ganzer Kraft gegen das lange Riemenruder, um das Boot gegen die anbrandenden Wellen zu stabilisieren. Links im Boot stabilisiert ein älterer, weißbärtiger Fischer im Profil den Kahn, während im Hintergrund ein dritter Mann dabei ist, sich zum Bug zu bewegen oder bereits Kontakt zum Ufer zu suchen. Die Gischt spritzt hell am Rumpf empor. Im Hintergrund erstreckt sich ein karger Sandstrand, auf dem im rechten oberen Quadranten die Umrisse weiterer, bereits trocken gelegter Boote sowie die Silhouette einer typischen Küstenkate unter einem von Abend- oder Morgenröte dramatisch gefärbten Wolkenhimmel zu erkennen sind.3. AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DES MALDUKTUSDer Malstil des Werkes ist exemplarisch für Dettmanns Reifephase und dokumentiert seine meisterhafte Synthese aus deutschem Impressionismus und kraftvollem, fast expressionistischem Realismus:• Dynamik und Pinselstrich: Der Duktus ist von einer enormen Emotionalität und Entschlossenheit geprägt. Dettmann arbeitet mit einem breiten, pastosen Farbauftrag (Impasto), insbesondere bei der Darstellung des aufgewühlten Meeres. Die Wellenkämme und die Gischt sind mit schnellen, heftigen, fast reliefartigen Pinselstrichen auf die Leinwand geworfen, was die physische Gewalt des Wassers visuell spürbar macht.• Modellierung der Figuren: Im Gegensatz zum reinen französischen Impressionismus, der Formen oft im Licht auflöst, bewahrt Dettmann hier eine robuste Plastizität. Die Körperlichkeit der Fischer und die Struktur des Holzbootes werden durch kräftige, richtungsweisende Blockstriche modelliert. Dies verleiht den Figuren eine statuarische, heroische Schwere, die perfekt zur Thematik des existentiellen Kampfes mit den Elementen passt.• Kolorit und Lichtführung: Die Farbpalette ist typisch norddeutsch-maritim: Sie wird dominiert von tiefen Erdtönen, Umbra, Ocker und gedecktem Blau-Grau im Bereich des Bootes und der Kleidung. Einen genialen Kontrast bildet das schäumende Weiß-Grün der Wellen, das das fahle Tageslicht reflektiert. Das eigentliche emotionale Highlight ist die Lichtregie am Himmel: Die rötlich-violetten Schleierwolken des Horizonts brechen die kühle Tonalität des Meeres auf und spiegeln sich subtil in den nassen Flächen der Gischt im Vordergrund wider.Fazit zum Duktus: Der Pinselstrich selbst spiegelt die Dynamik des Motivs wider. Die Unruhe des Wassers wird durch die nervöse, dicke Pinselführung im Vordergrund formal imitiert, während die Figuren als handfeste Konstanten im Farbraum verankert sind.24. AUSFÜHRLICHE VITA DES KÜNSTLERSLudwig Dettmann (* 25. Juli 1865 in Adelbye bei Flensburg; † 19. November 1944 in Berlin) zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus und war eine zentrale Figur im wilhelminischen und Weimarer Kunstbetrieb.Dettmann begann seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Hamburg und wechselte anschließend an die Königliche Akademie der Künste nach Berlin, wo er unter anderem bei Eugen Bracht und Franz Skarbina studierte. Schon früh wandte er sich von der starren, akademischen Historienmalerei ab und suchte die Nähe zur Freilichtmalerei (En plein air).Im Jahr 1898 gehörte er gemeinsam mit Ikonen wie Max Liebermann, Walter Leistikow und Curt Herrmann zu den visionären Gründungsmitgliedern der Berliner Secession. Diese Künstlervereinigung begehrte erfolgreich gegen den konservativ-akademischen Kunstgeschmack auf und etablierte den Impressionismus in Deutschland.Zwischen 1901 und 1916 wirkte Dettmann als hoch angesehener Direktor der Kunstakademie Königsberg. Unter seiner Leitung erlebte die Akademie eine Blütezeit; er öffnete sie für moderne Strömungen und förderte außergewöhnliche Talente (wie beispielsweise den Marinemaler Poppe Folkerts). Das vorliegende Gemälde aus dem Jahr 1912 fällt exakt in diese produktive und erfolgreiche Königsberger Epoche, in der er sich intensiv mit den Landschaften und den Menschen der Ost- und Nordseeküste auseinandersetzte.Während des Ersten Weltkriegs war Dettmann als offizieller Kriegsmaler tätig. In den 1920er und 1930er Jahren zog er sich zunehmend ins Private zurück, blieb jedoch technisch brillant. Sein kunsthistorisches Vermächtnis als Wegbereiter der deutschen Moderne und genialer Chronist des maritimen Lebens unbestritten. Seine Werke hängen heute in bedeutenden Museen, darunter der Hamburger Kunsthalle und der Nationalgalerie Berlin.Mehr Informationen über Ludwig Dettmann
Prof. Otto Heinrich Engel (1866 Erbach/Odenwald – 1949 Glücksburg) Konvolut von 4 eigenhändigen Original-Handzeichnungen (davon 1 koloriert)
Objektbeschreibung & Technische DatenObjektgattungKonvolut von 4 eigenhändigen Original-Handzeichnungen (davon 1 koloriert)KünstlerProf. Otto Heinrich Engel (1866 Erbach/Odenwald – 1949 Glücksburg)Gesamtgröße (Montierung)Ca. 30 cm × 20 cmSignatur & DatierungAlle Arbeiten monogrammiert („OHE“) bzw. voll signiert („O. H. Engel“), teils datiert (z. B. „27.II.28“ und „16“)Motive1× Kolorierte Winterszene / Landschaftsstudie mit Titelbezeichnung („Lose Post“)3× Naturstudien schlafender bzw. ruhender KatzenAusführliche Analyse des Malsduktus & ZeichenstilsDas vorliegende Konvolut bietet einen faszinierenden Einblick in das intime zeichnerische Œuvre von Otto Heinrich Engel, der vor allem als Mitbegründer der Berliner Secession und Meister des deutschen Impressionismus bekannt ist. Der Malsduktus und Zeichenstil der vier Arbeiten lässt sich wie folgt charakterisieren:1. Die kolorierte Zeichnung (Obere Position — „Lose Post“, datiert 1928):Diese Arbeit demonstriert Engels meisterhaften Umgang mit dem flüssigen Medium des Aquarells in Kombination mit einer feinen, strukturierenden Feder- oder Stiftzeichnung. Der Duktus ist hier von einer bemerkenswerten Leichtigkeit und Spontaneität geprägt. Mit schnellen, treffsicheren Linien erfasst er die Konturen der winterlichen Szenerie und des architektonischen Elements (ein verschneiter Kasten oder Brunnen). Die Kolorierung erfolgt in transparenten, impressionistisch anmutenden Lasuren: Ein gedämpftes Seegrün und subtile Blautöne evozieren eine kühle Winterstimmung, während gezielte Farbsetzunge (Gelb, Rotbraun) visuelle Akzente setzen. Die weiße Schneedecke wird geschickt durch das Aussparen des Papiergrundes (Negativtechnik) realisiert – ein typisches Merkmal versierter Freiluftmaler.Kunsthistorische Expertise — Otto Heinrich Engel 12. Die Katzenstudien (Mittlere und untere Positionen):Die drei Tierstudien zeigen Engel als exzellenten Beobachter der Natur und knüpfen an die Tradition des Secessionismus an, alltägliche, unprätentiöse Motive in ihrer Unverfälschtheit einzufangen.• Die rechte, vertikale Studie: Hier zeigt sich ein besonders feiner, akademisch geschulter und dennoch freier Strich. Mit subtilen Parallelschraffuren und weich fließenden Konturlinien gelingt es Engel, das dichte, weiche Fell der schlafenden Katze plastisch und fühlbar zu modellieren. Der Fokus liegt ganz auf dem Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro), das durch die feinen Abstufungen des Graphit- oder Kreidestifts erzeugt wird. Die Signatur „O. H. Engel“ unten links unterstreicht den autonomen Werkcharakter dieser Studie.• Die linken Studien (auf hellem und grauem Papier): Diese Skizzen sind deutlich vom spontanen, suchenden Charakter des Impressionismus geprägt. Der Duktus ist zügig, fast skizzenhaft verkürzt. Engel reduziert den Körper der Katze auf wesentliche Formkomplexe und konzentriert sich auf die Dynamik der zusammengerollten, ruhenden Pose. Besonders auf dem grauen Tonpapier nutzt er den dunklen Strich für tiefe Schatten, um der kleinen Zeichnung trotz ihrer Ökonomie der Mittel eine beachtliche Tiefe und Plastizität zu verleihen.Fazit zum Zeichenstil: Engels Dutzus bewegt sich im Spannungsfeld zwischen solider akademischer Formbeherrschung (erlernt unter Anton von Werner und Paul Hoecker) und der Befreiung des Strichs durch den Impressionismus. Die Zeichnungen besitzen einen ungemein frischen, unmittelbaren Charakter, der die direkte Wahrnehmung des Künstlers ohne akademische Erstarrung transportiert.Ausführliche Biografie (Vita) des KünstlersOtto Heinrich Engel (* 27. Dezember 1866 in Erbach im Odenwald; † 30. Januar 1949 in Glücksburg) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Freiluftmalerei und des Impressionismus in Deutschland an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.Ausbildung und akademische Lehrjahre:Als einziges Kind des Pastors und konservativen Politikers Heinrich Engel wuchs er in einem bürgerlich- christlichen Umfeld auf. Nach einer unsteten Schulzeit, die er ohne formalen Abschluss beendete, folgte er seiner künstlerischen Berufung. Seine Ausbildung begann er an der Königlichen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin unter dem einflussreichen, akademisch-konservativen Direktor Anton von Werner. Um sich von den starren akademischen Fesseln zu befreien, wechselte Engel 1890 an die Großherzoglich Badische Kunstschule nach Karlsruhe zu Caspar Ritter. Den entscheidenden Impuls erhielt er schließlich an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er Schüler von Paul Hoecker wurde. Hoecker, ein Wegbereiter der Moderne, öffnete Engels Blick für die zeitgenössische französische und dänische Malerei sowie für die reine Freiluftmalerei (Pleinairmalerei).Die Entdeckung von Ekensund und der Insel Föhr:Zwischen 1892 und 1910 verbrachte Engel regelmäßige Studienaufenthalte in der Künstlerkolonie Ekensund an der Flensburger Förde. Hier entwickelte er – inspiriert von der herben norddeutschen Landschaft – seine charakteristische, lichtdurchflutete Malweise. Zum eigentlichen Zentrum seinesKunsthistorische Expertise — Otto Heinrich Engel 2künstlerischen Schaffens wurde jedoch die Nordseeinsel Föhr, die er 1901 erstmals besuchte. Engel gilt bis heute als der künstlerische „Entdecker“ dieser Insel. In Werken wie „Am Sonntag Nachmittag“ oder „Nach der Trauung“ hielt er das Leben der friesischen Bevölkerung, deren traditionelle Trachten und die unendliche Weite der Küstenlandschaft in meisterhaften impressionistischen Kompositionen fest.Berliner Secession und institutioneller Erfolg:Im Jahr 1898 gehörte Otto Heinrich Engel gemeinsam mit Künstlern wie Max Liebermann, Walter Leistikow und Max Slevogt zu den historischen Gründungsmitgliedern der Berliner Secession. Diese Künstlervereinigung begehrte erfolgreich gegen den verkrusteten akademischen Kunstbetrieb auf und etablierte den Impressionismus in Deutschland.Engels Werk fand rasch höchste offizielle Anerkennung. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung wurde er 1902 mit der Kleinen Goldmedaille und 1908 mit der Großen Goldmedaille ausgezeichnet. Ebenfalls 1908 stellte ihn der renommierte Kunsthändler Paul Cassirer gemeinsam mit Max Liebermann und Alexej von Jawlensky in seinem Berliner Salon aus. Im Jahr 1906 wurde Engel zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in Berlin gewählt, und 1908 ernannte man ihn zum Honorarprofessor.Spätwerk und Nachleben:Obwohl er seinen Hauptwohnsitz über Jahrzehnte in Berlin hatte, blieb er dem Norden eng verbunden. Nach den Erschütterungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und einem gesundheitlichen Rückschlag durch einen Schlaganfall im Jahr 1944 zog er sich endgültig nach Glücksburg zurück, wo er 1949 im Alter von 82 Jahren verstarb.Heute sind seine Werke in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter die Nationalgalerie Berlin, das Museum Kunst der Westküste in Alkersum auf Föhr sowie die Museen in Flensburg und Kiel. Seine Arbeiten erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt anhaltend hohe Wertschätzung als authentische Zeugnisse des deutschen Impressionismus.Weitere ausführliche Informationen zu Otto Heinrich Engel