Originelle Raritäten & Kuriosa
Manches Stück passt in keine Schublade, und genau das macht es originell. Von der Biedermeier-Collage bis zur indischen Schreibtruhe führen wir Objekte mit Geschichte zum Erwerb, abseits des Erwartbaren. Aus unserer Kunstgalerie bei Kappeln.
Originelles
Albert Petersen: Ölgemälde Pferde auf der Sommerweide, erste Hälfte 20. Jahrhundert
Albert Petersen (1875–1950) gehört zu den norddeutsch-dänischen Landschafts- und Tiermalern, deren Werk im Grenzraum zwischen Schleswig-Holstein und Jütland zwischen Naturalismus und beginnender Moderne vermittelt. Die Pferde- und Weidemotive bilden einen Schwerpunkt seines reifen Schaffens und stehen in der Tradition der dänischen Schule des späten 19. Jahrhunderts mit ihrer besonderen Aufmerksamkeit für Licht, Atmosphäre und ländliche Geographie.„Pferde auf der Sommerweide“, Öl auf Leinwand. Auf der weiten, sanft ansteigenden Wiese stehen im Vordergrund zwei braune Pferde dicht beieinander, dahinter ein dunkles und ein helleres Tier, am rechten Bildrand grast ein weiteres. Die Weide wird von einem schlichten Lattenzaun durchzogen, hinter dem sich der Blick auf eine Förde mit verstreuten Höfen, abgeernteten Feldern und einer flachen Hügelkette öffnet. Der hochstehende Wolkenhimmel taucht die Szene in das klare, kühle Sommerlicht der Ostseeküste.Die maltechnische Sicherheit in der Wiedergabe der Pferdeanatomie, das ruhige Kolorit und die typische Weite des Horizonts verweisen auf Petersens reife Schaffensphase. Der Verkauf erfolgt nach § 25a UStG (Differenzbesteuerung). Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Ashanti Goldstaubdose mit Figurengruppe, Bronzeguss, Ghana, 20. Jahrhundert
Zwei Bronzeobjekte aus dem Akan-Kulturkreis Ghanas, gefertigt in der Technik des Wachsausschmelzverfahrens (cire perdue). Links eine figürliche Gruppe: eine sitzende Frau unter einem Schirm, umgeben von zwei weiteren Figuren auf einer runden Plattform, modelliert in lebendigem, kleinteiligem Duktus. Rechts ein Behälter, zweihenkelig, auf einem offenen Gitterständer, mit flächendeckendem geometrischem Reliefdekor auf der Wandung.Goldstaub-Dosen und -Behälter dieser Art dienten dem Akan-Volk und insbesondere den Ashanti als Aufbewahrungsgefäße für den als Währung genutzten Goldstaub. Das Gelbguss-Verfahren war ein Privileg spezialisierter Handwerker. Höhe des Behälters ca. 26 cm, Breite ca. 16 cm. Sammlerqualität aus Westafrika.
Biedermeier-Collage mit Fjordlandschaft, Papier und Naturmaterialien, Norddeutschland, um 1840
Diese norddeutsche Collage aus der Zeit des Biedermeier, entstanden um 1840, ist in einem originalen, polierten Mahagonirahmem von hoher Qualität gefasst. Die Arbeit zeigt eine dreidimensionale Landschaftscomposition: An einem felsigen Gewässer liegt ein Gehöft, umgeben von Bäumen aus aufgeklebten, reliefartig modellierten Materialien. Figürchen bevölkern die Szene, ein kleines Boot liegt auf dem Wasser. Gemalt und collagiert, vereint das Werk Malerei und Handwerk zu einem dekorativen Schauobjekt von musealer Qualität.Biedermeier-Collagen dieser Art entstanden vor allem in norddeutschen Bürgerhaushalten als aufwändige Sammelarbeiten. Die Kombination aus gemaltem Hintergrund und aufgeklebten Naturobjekten, Papier- und Textilresten war ein beliebtes Genre des häuslichen Kunsthandwerks zwischen 1820 und 1850. Das Stück befindet sich in altersgemäßem Zustand. Maße: Höhe 81 cm, Breite 72 cm, Tiefe 7 cm.Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.
Bronze-Skulptur Chinesischer Würdenträger, gegossen, 19. Jahrhundert
Asiatische Bronzefigur eines würdevollen Beamten oder Tempelwächters, gegossen im 19. Jahrhundert. Höhe 41 cm, Breite 15 cm, Tiefe 12 cm. Die schwere, dunkel patinierte Vollguss-Bronze steht in der Tradition chinesischer Tempel- und Ahnenfiguren, wie sie in religiösen und repräsentativen Räumen seit der späten Ming-Zeit gefertigt wurden und im 19. Jahrhundert für den südostasiatischen und europäischen Markt in größerer Stückzahl entstanden.Der Dargestellte trägt die hohe, viereckige Beamtenmütze, in deren Front ein chinesisches Schriftzeichen-Emblem eingelassen ist. Der lange, fein gestrichelte Bart fällt in mehreren Strähnen auf das reich ornamentierte Gewand, das mit dichten Blütenrosetten und floralen Bordüren überzogen ist. Die rechte Hand führt einen aufrecht gehaltenen Stab oder eine Schriftrolle. Gesicht und Hände sind sorgfältig modelliert, die geschlossenen Augen und der nach innen gekehrte Ausdruck verweisen auf den meditativen Typus des sitzenden Würdenträgers.Die Erhaltung ist sehr gut, die natürlich gewachsene grünbraune Patina ist ungestört. Solche Bronzen sind kunsthistorisch als Bindeglied zwischen rituellem Objekt und Sammlerstück zu verstehen und werden im internationalen Handel mit Asiatika seit Langem geschätzt.
Gobelinartiges Wandbild nach Rubens: Putten mit Früchten und Weinlaub, Dresden, um 1920
Dieses Wandbild in Gobelintechnik, 130 x 101 cm, zeigt eine Gruppe von Puttos im Stil des Barock nach Rubens. Vier nackte Kindergestalten liegen und sitzen auf einem roten Tuch, umgeben von einem Rahmen aus Weinlaub, Trauben und weiteren Früchten. Die Farbtöne sind warm und gedämpft: Ockertöne, Braun, Grün und Weinrot. Die gewebte Textur verleiht dem Motiv eine samtige Oberfläche.Das Wandbild entstand um 1920, von einem anonymen Meister, und wurde kuerzlich aus einem Sammlernachlass in Norwegen angekauft. Es ist in einem vergoldeten Rahmen gefasst, der als Zugabe mitgeliefert wird. Verkauf gem. Paragraph 25a UStG (Kunstgegenstand, Sonderregelung), Differenzbesteuerung.
Hans Schröder: Bronze-Skulptur Wisent, bezeichnet, 1970er Jahre
Hans Schröder (1930–2010) schuf seinen „Wisent" 1976 als Reinbronze-Vollguss. Das Tier steht in ruhiger, frontaler Haltung: der massige Kopf leicht gesenkt, die charakteristische Schulterpartie des Tieres betont, die Vorderbeine fest auf dem Boden. Das Gewicht von 6,8 kg und eine Länge von 37 cm bei 27 cm Höhe geben der Figur eine körperliche Präsenz, die über das Format hinausgeht.Die Oberfläche der Bronze ist stark strukturiert. Der Rücken und der Kopf des Wisents zeigen eine lockige, wulstige Textur, die Schröder durch expressive Modelliertechnik herausgearbeitet hat. Diese Handschrift trennt seine Tierplastiken von akademisch-glatten Darstellungen: Schröder setzt auf archaische Wucht, nicht auf naturalistische Abbildung.Schröder studierte an der Zeichenakademie Hanau und arbeitete früh im Atelier Cartier in Paris, wo er Abendkurse an der Académie la Grande Chaumière besuchte. Weitere Tierplastiken aus derselben Schaffensphase – Tiger (1977), Elefant (1977), Nashorn (1978) – befinden sich im öffentlichen Raum Saarbrücken. Der Wisent ist innerhalb dieser Gruppe seltener nachweisbar. Die Bronze ist unten rechts signiert. 7 % MwSt gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 13 UStG.
Indische Sadeli-Schreibtruhe, Rosenholz mit Perlmutt-, Bein- und Silberfaden-Einlagen, Bombay/Gujarat, spätes 19. Jahrhundert
Indische Schreib- und Dokumententruhe aus Rosenholz, Perlmutt, Bein und Silberfäden, gefertigt im späten 19. Jahrhundert in der Region Bombay/Gujarat. Maße ca. 25 × 57 × 47 cm (H × B × T). Die Truhe steht in der Tradition der westindischen Sadeli-Work-Möbel, einer Intarsientechnik, die in den Hafen- und Handelszentren der Region für wohlhabende indische und europäische Kundschaft entstand und in europäischen Reisesekretären ihr funktionales Vorbild fand.Die Front ist von drei großen, bogenförmig gerahmten Feldern gegliedert, in denen sich stilisierte Blumensträuße aus kelchartigen Gefäßen erheben. Das Motiv geht auf den indo-moghulischen „Paradiesgarten“ zurück. Der Hintergrund ist mit feinen Rautennetzen aus Beinintarsien überzogen, schmale Bordüren aus Blüten und Knospen rahmen die Komposition. Den unteren Abschluss bildet ein ausgesägter Bogenfries mit Perlmuttblüten, der dem Möbel eine spitzenartige Leichtigkeit verleiht. Der Deckel trägt ein großflächiges Zentralmedaillon aus konzentrischen Blüten- und Blattbändern.Im Inneren öffnet sich nach vorne ein Miniatursekretär mit Arkadenfries, einer breiten durchgehenden Schublade und sechs kleineren Schubladen in zwei Reihen, sämtlich mit Perlmutt und Bein besetzt und mit Silberfäden konturiert. Der Stauraum ist mit tiefblauem Samt ausgeschlagen. Die Kombination eines vollständig intarsierten Äußeren mit einem ungewöhnlich reich gegliederten Innenausbau hebt das Stück innerhalb seiner Gruppe heraus.Provenienz: Privatsammlung Norddeutschland, dort über Jahrzehnte in Familienbesitz. Vergleichbare Sadeli-Arbeiten finden sich im Victoria and Albert Museum, London, sowie im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg. Steuersatz 7 Prozent gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 13 UStG, Kunstgegenstand im Sinne der Anlage 2 UStG.
M. Morgan: Ölgemälde Stillleben Psyche im Schwenker, erste Hälfte 20. Jahrhundert
M. Morgan (1878–1951) war ein amerikanischer Maler, tätig in New York, Tampa und Ohio. Das vorliegende Gemälde in Öl auf Leinwand zeigt ein klassisches Stillleben mit einem großen Kristall-Cognac-Schwenker, in dem ein Strauß rosafarbener Rosen steckt. Auf der Tischfläche daneben liegen dunkle Weinbeeren auf einem kleinen Tablett und ein einzelnes, abgefallenes Rosenblatt. Die Malerei ist hochrealistisch: das Glas durchscheinend und lichtbrechend, die Blüten samtig und dreidimensional modelliert.Morgans Stillleben orientieren sich an der Tradition amerikanischer Trompe-l'œil-Malerei. Die Beherrschung der Lichtreflexe auf Glas und die subtilen Schattenverläufe auf der Holzoberfläche zeigen einen Maler mit handwerklicher Präzision. Das Bild ist unten rechts mit „M. Morgan" signiert. Museen in New York besitzen Werke des Künstlers. Maße: 29 × 38,5 cm. Verkauf gemäß § 25a UStG, Differenzbesteuerung.
Niki de Saint Phalle: Skulptur Nana, signiert datiert, Pappmaché farbig bemalt, 2011
Diese lebensgroße Skulptur im Stil der Nana-Figuren von Niki de Saint Phalle (1930–2002) zeigt eine weibliche Figur in dynamischer Tanzpose: ein Bein ist erhoben, die Arme ausgebreitet, der Körper üppig und farbintensiv bemalt. Die Oberfläche trägt geometrische und florale Muster in Blau, Rot, Gelb und Grün auf weißem Grund. Ausgeführt in Pappmaché, farbig bemalt und lackiert. Höhe 148 cm.Die Skulptur ist signiert "Ulla 3/2011" und datiert März 2011. Qualitätsvolle, handwerklich präzise Ausführung, kräftige Farben, keine Lackabplatzungen. Eine formatfüllende Arbeit, die in der Nachfolge von Niki de Saint Phalles berühmter Nana-Serie steht.
Ölgemälde Blumenstillleben mit gelben und roten Rosen, monogrammiert „LA", 1974
Das großformatige Blumenstillleben, 59 × 86 cm auf Leinwand, zeigt einen üppigen Strauß in kräftigen Gelb-, Rot- und Blautönen. Im Vordergrund dominieren leuchtend gelbe Blüten, dahinter öffnen sich rote und blaue Blütenformen vor einem dunkel-violettem Hintergrund. Der Pinselduktus ist pastös und energisch, die Farben ohne Mischung nebeneinandergesetzt.Das Werk ist unten rechts mit dem Monogramm „LA" sowie der Jahreszahl 1974 bezeichnet. Über den Urheber liegen keine gesicherten Angaben vor. Die malerische Qualität ist hoch: souveräner Farbauftrag, sichere Komposition, deutlich geübte Hand. Das Bild kommt in einem vergoldeten Rahmen, Gesamtmaß 108 × 82 cm.Verkauf gemäß § 25a UStG, Differenzbesteuerung, kein Mehrwertsteuerausweis.
Reisebox mit Schmuck-, Schreib- und Nähfach, Edelholz mit Messingintarsien und Silber, um 1850
Diese englische Reiseschatulle aus der Zeit um 1850 ist aus geschwärztem Edelholz mit fein gearbeiteten Messinginlays gefertigt. Das aufgeklappte Innere zeigt das originale Interieur in tiefrotem Samt mit vergoldeten Eck- und Rahmendekorationen auf der Innenseite des Deckels. Im Innenfach sind mehrere Sterling-Silber-Behaelter mit Stöpseldeckeln verschiedener Groesse eingesetzt, dazu Elfenbeinarbeiten, ein Naehwerkzeug und weitere Utensilien. Alle Silberteile tragen Marken und Punzierungen.Schattullen dieser Art dienten wohlhabenden Reisenden des 19. Jahrhunderts als tragbare Kommode fuer Schmuck, Kosmetik, Schreibbedarf und Naehutensilien. Die vollstaendige Bestückung mit punziertem Sterlingsilber und Beinarbeiten ist bei Exemplaren dieses Alters selten. Masse: 28 x 20 x 17 cm. Verkauf gem. Paragraph 25a UStG, Differenzbesteuerung.
Venezianischer Blackamoor-Beistelltisch, gefasstes Holz, Italien, um 1860
Dieser venezianische Blackamoor-Beistelltisch aus der Zeit um 1860 ist ein Beispiel gehobener venezianischer Schnitzkunst. Die geschnitzte Figur eines Knaben trägt eine rocailleförmige Tischplatte mit versilberter Oberfläche. Die Figur ist polychrom gefasst und trägt einen Turban sowie ein ornamental bemaltes Gewand mit Blumenmotiven. Der dreifüßige Unterbau im Rokokostil ist ebenfalls polychrom bemalt.Venezianische Blackamoor-Torchères wurden ab dem 17. Jahrhundert in der Lagunenstadt als repräsentative Möbelobjekte gefertigt und dienten als Kerzen- oder Blumenständer, gelegentlich auch als Weinkühler-Beistelltisch. Das vorliegende Stück befindet sich in unrestauriertem, originalem Zustand mit gut erhaltener Fassung. Maße: 77 × 28 × 32 cm.Anfragen zur Verfügbarkeit nehmen wir gerne entgegen.