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Karl Bauer (1868–1942) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Wilhelm von Lindenschmit und gehörte später dem Kreis um Stefan George an. In einer Epoche, die den Impressionismus feierte, blieb er einem klassisch-realistischen Ideal treu und wurde zu einem der gefragtesten Porträtisten seiner Zeit. Das vorliegende Ölgemälde von 1907 zeigt Bauer in seiner frühen malerischen Hochphase, noch ganz der Münchner Schule verpflichtet.

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Karl Bauer (1868-1942)

Karl Bauer (1868–1942)-Mädchen mit Puppe-signiert datiert 1907
Karl Bauer(1868-1942)

Karl Bauer (1868–1942)-Mädchen mit Puppe-signiert datiert 1907

Karl Bauer (1868–1942) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Wilhelm von Lindenschmit und gehörte später dem Kreis um Stefan George an. In einer Epoche, die den Impressionismus feierte, blieb er einem klassisch-realistischen Ideal treu und wurde zu einem der gefragtesten Porträtisten seiner Zeit. Das vorliegende Ölgemälde von 1907 zeigt Bauer in seiner frühen malerischen Hochphase, noch ganz der Münchner Schule verpflichtet.Im Zentrum steht das dreiviertellange Bildnis eines jungen Mädchens vor abgedunkeltem Hintergrund, dem links ein angedeutetes Fensterelement Tiefe gibt. Der Blick des Kindes trifft den Betrachter direkt, ruhig und mit einer Ernsthaftigkeit, wie sie die Porträtkunst der Jahrhundertwende auszeichnet. Das dunkle Haar trägt eine lila Schleife, das weiße Kleid mit Spitzenkragen ist pastös und schwungvoll gemalt. In den Armen hält das Mädchen eine textile Puppe, beiläufig und doch schützend. Das Chiaroscuro erinnert an den Einfluss Wilhelm Leibls: das sanfte Inkarnat der Haut leuchtet vor dem oliv-smaragdgrünen Hintergrund, die Violett- und Lilatöne der Schleifen ziehen sich als farbiger Bogen durch das Bild.Die Leinwand ist in hervorragendem Zustand, die Farbschichten zeigen keine Übermalungen und behalten ihre volle Leuchtkraft. Signiert und datiert unten links: „K. BAUER / 1907“. Maße ohne Rahmen: 48,5 × 78 cm. Gerahmt in einem zeitgenössischen Goldrahmen mit plastischem Wellen- und Kordelornament.Bildbeschreibung und Ikonographie Das  Gemälde zeigt das dreiviertellange Porträt eines jungen Mädchens vor einem abgedunkelten, diffusen Hintergrund, der durch ein angedeutetes, vertikal strukturiertes Fensterelement auf der linken Seite räumliche Tiefe erhält. Das Kind blickt mit einem sanften, wachen und leicht melancholischen Ausdruck direkt aus dem Bildraum auf den Betrachter. Ihr langes, dunkles Haar ist im oberen Bereich mit einer großen Schleife drapiert, die farblich mit den violetten Tönen ihres Kleides harmoniert. In ihren Armen hält das Mädchen eine textile Puppe mit rot-braunem Haar, die in ein grünes Tuch oder Kleidchen gewickelt ist. Die Puppe wird schützend, aber fast beiläufig gehalten, was der Szenerie eine intime, ungekünstelte Note verleiht. Das Motiv des Kindes mit Spielzeug insbesondere der Puppe – ist ein klassischer Topos der europäischen Porträtmalerei. Es fungiert hier nicht nur als Attribut der Kindheit, sondern spiegelt in der psychologischen Durchdringung des Gesichts eine tiefe Ernsthaftigkeit wider, die typisch für die Porträtkunst der Jahrhundertwende ist. Stilistische Analyse und kunsthistorische Einordnung: Stilistisch lässt sich dieses im Jahr 1907 entstandene Werk als herausragendes Frühwerk Karl Bauers charakterisieren. Während Bauer in seinem späteren Œuvre und vor allem in seinen grafischen Zyklen eine sehr lineare, streng akademische und an der altdeutschen Kunst orientierte Zeichentechnik pflegte, offenbart sich hier eine bemerkenswert malerische, vom Münchner Impressionismus und Realismus beeinflusste Handschrift. Der Farbauftrag ist geschmeidig und an vielen Stellen – insbesondere bei den weißen Ärmeln und dem Spitzenkragen – pastos und schwungvoll ausgeführt. Das Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro) erinnert an die Einflüsse von Wilhelm Leibl und dessen Kreis, der die Münchner Malerei jener Epoche maßgeblich prägte. Besonders meisterhaft zeigt sich das Kolorit: Das sanfte Inkarnat der Haut kontrastiert harmonisch mit dem strahlenden Weiß der Bluse sowie den tiefen Violett- und Lilatönen der Schleifen. Der dunkle, oliv- und smaragdgrün changierende Hintergrund bringt die Figur plastisch zum Leuchten.  Erhaltungszustand und Rahmung :Das Gemälde befindet sich in einem exzellenten, sammelwürdigen Zustand. Die Leinwandspannung ist intakt, die Farbschichten weisen eine hohe Leuchtkraft ohne nennenswerten Substanzverlust oder störende Übermalungen auf. Besonders hervorzuheben ist die Symbiose mit dem historischen Goldrahmen. Die plastische Ornamentik des Rahmens fängt das Licht optimal auf und unterstreicht den musealen Charakter dieses Spitzenwerks. Zusammenfassendes Fazit: Ein exquisites und seltenes Zeugnis der frühen malerischen Phase Karl Bauers. Das Werk besticht durch seine psychologische Feinfühligkeit, die virtuose Handhabung der Öltechnik im Sinne der Münchner Schule und seine makellose optische Präsentation.

Regulärer Preis: 5.700,00 €*