Charlotte „Murkel" Schuberth: Ölgemälde Frau mit Ente, bezeichnet, Hôtel Drouot Paris 1965
Preis auf Anfrage
Beschreibung
Charlotte (Murkel) Schuberth (1914–2000) schuf dieses Werk 1965 in Paris, im Umfeld des Hôtel Drouot. Das Gemälde in Öl auf Leinwand, 120 × 60 cm, zeigt eine sitzende ältere Frau in schwarzem Mantel und dekorativem Hut, die eine dunkle Ente oder einen Vogel auf dem Schoß hält. Die Figur ist von einem handschriftlichen Schriftzug aus Wörtern eingefasst: „Paris Hotel Drouot Margaretha" und weitere Textfragmente, die den Bildrand wie einen Rahmen im Rahmen bilden. Im unteren Bildbereich steht auf einer Sockelform ein kleiner dunkler Vogel.
Das Bild gehört zu Murkels sogenannten Materialbildern: Darstellung und einbezogene Realien, gemalte und beschriftete Flächen verschmelzen. Typisch für die Künstlerin ist der Mosaikhintergrund aus blauen Farbpunkten, die die Figur umgeben. Signiert unten rechts mit „Murkel" und datiert 1965. Provenienz: Kieler Privatsammlung.
Haben Sie ein besonderes Stück?
Erbstück, Dachbodenfund oder gezielter Verkauf: Wir beraten Sie persönlich zu Wert und Verkaufsmöglichkeiten Ihrer Gemälde, Kunstwerke und Skulpturen.
Weitere Kunstwerke in „Personen & Portraits“
PROFESSOR CHRISTIAN MACKETANZ(1963)
Professor Christian Macketanz(1963) Öl auf Leinwand 160 x 160 cm, entstanden 1987/1988, Werkverzeichnis D/J.Das Gemälde gehört in die frühe Schaffensphase von Christian Macketanz und zeigt bereits wesentliche Merkmale seiner späteren Bildsprache. Zwei Figuren in Arbeitskleidung und gelben Schutzhelmen befinden sich auf einem Stahlträger in großer Höhe. Die Darstellung erinnert an industrielle Arbeitswelten, verzichtet jedoch auf jede konkrete narrative Festlegung. Die Szene wirkt zugleich alltäglich und rätselhaft. Kompositorisch wird das Bild von einem Kreuz aus horizontalen und vertikalen Trägern strukturiert. Die Figuren sitzen beziehungsweise hocken an den Schnittpunkten dieser Konstruktion. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Stabilität und Unsicherheit. Der große freie Raum im unteren Bildfeld verstärkt die Wirkung der Höhe und erzeugt eine psychologische Tiefe, obwohl die räumliche Ausarbeitung bewusst reduziert bleibt. Besonders charakteristisch ist die Körpersprache. Macketanz interessiert weniger die individuelle Identität als die emotionale Situation. Die linke Figur erscheint nachdenklich und in sich gekehrt, während die rechte Figur eine lauschende Haltung einnimmt. Beide Figuren kommunizieren nicht direkt miteinander, stehen aber dennoch in einer stillen Beziehung. Dieses Spiel aus Nähe und Distanz ist ein zentrales Motiv im Werk des Künstlers. Die Farbigkeit wird von kühlen Blau- und Grautönen dominiert. Die gelben Helme setzen starke Akzente und lenken den Blick auf die Köpfe als Träger psychologischer Bedeutung. Der warme, leicht orangefarbene Bereich im unteren Bildteil kontrastiert die kühle Gesamtstimmung und verleiht dem Werk eine unterschwellige emotionale Spannung. Stilistisch bewegt sich das Gemälde zwischen figurativer Malerei, poetischem Realismus und einer eigenständigen Form der Gegenständlichkeit. Die Figuren besitzen eine leicht entrückte Wirkung. Sie erscheinen wie Schauspieler einer inneren Handlung. Diese Offenheit der Interpretation gehört zu den wichtigsten Qualitäten der Malerei von Macketanz. Kunsthistorisch steht das Werk in der Tradition einer figurativen Malerei, die sich weder dem expressiven Gestus der 1980er Jahre noch einer rein erzählerischen Illustration verpflichtet. Bereits hier zeigt sich die spätere Konzentration des Künstlers auf Mimik, Gestik und die psychologischen Beziehungen zwischen Menschen.Christian Macketanz wurde 1963 in Eutin (Schleswig-Holstein) geboren. Nach dem Abitur studierte er ab 1983 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei der bedeutenden Malerin Maria Lassnig. Die Wiener Jahre prägten seine künstlerische Entwicklung nachhaltig. Bis 1994 lebte und arbeitete Macketanz in Wien. Anschließend führte ihn ein Stipendienaufenthalt nach Rom, wo er bis 2001 tätig war. Die italienische Kunsttradition und die intensive Auseinandersetzung mit der europäischen Malerei erweiterten seinen künstlerischen Horizont erheblich. Von 2001 bis 2010 lebte und arbeitete er in Berlin. 2010 wurde er als Professor für Malerei an die Hochschule für Bildende Künste Dresden berufen. Seitdem zählt er zu den wichtigen Vertretern der zeitgenössischen figurativen Malerei im deutschsprachigen Raum. 2022 wurde er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Seine Werke wurden in Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien, den Niederlanden und weiteren europäischen Ländern ausgestellt. Zahlreiche Ausstellungskataloge und Monografien dokumentieren sein Werk.Die frühen Arbeiten der 1980er Jahre entstanden in einem Umfeld, das von den Debatten um Neue Wilde, expressive Malerei und figurative Erneuerung geprägt war. Macketanz entwickelte jedoch früh eine eigenständige Position. Statt auf spektakuläre Gestik setzte er auf stille psychologische Situationen. In den 1990er Jahren rückte die menschliche Figur zunehmend in den Mittelpunkt. Die Bildräume wurden reduziert, während Körpersprache und Mimik immer wichtiger wurden. Seine Figuren erscheinen häufig isoliert, nachdenklich oder in rätselhaften Beziehungen zueinander. Während der Jahre in Rom vertiefte sich seine Beschäftigung mit klassischer europäischer Malerei. Die Werke gewannen an Konzentration und formaler Klarheit. Nach dem Umzug nach Berlin entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache weiter. Heute gilt Christian Macketanz als bedeutender Vertreter einer poetisch-figurativen Malerei. Seine Werke zeichnen sich durch psychologische Tiefe, subtile Erzählformen und eine bewusst zurückhaltende malerische Sprache aus. Die Konzentration auf Gesten, Blicke und zwischenmenschliche Beziehungen macht sein Werk innerhalb der zeitgenössischen Malerei unverwechselbar.Preis auf Anfrage.
Karl Bauer (1868–1942)-Mädchen mit Puppe-signiert datiert 1907
Karl Bauer (1868–1942) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Wilhelm von Lindenschmit und gehörte später dem Kreis um Stefan George an. In einer Epoche, die den Impressionismus feierte, blieb er einem klassisch-realistischen Ideal treu und wurde zu einem der gefragtesten Porträtisten seiner Zeit. Das vorliegende Ölgemälde von 1907 zeigt Bauer in seiner frühen malerischen Hochphase, noch ganz der Münchner Schule verpflichtet.Im Zentrum steht das dreiviertellange Bildnis eines jungen Mädchens vor abgedunkeltem Hintergrund, dem links ein angedeutetes Fensterelement Tiefe gibt. Der Blick des Kindes trifft den Betrachter direkt, ruhig und mit einer Ernsthaftigkeit, wie sie die Porträtkunst der Jahrhundertwende auszeichnet. Das dunkle Haar trägt eine lila Schleife, das weiße Kleid mit Spitzenkragen ist pastös und schwungvoll gemalt. In den Armen hält das Mädchen eine textile Puppe, beiläufig und doch schützend. Das Chiaroscuro erinnert an den Einfluss Wilhelm Leibls: das sanfte Inkarnat der Haut leuchtet vor dem oliv-smaragdgrünen Hintergrund, die Violett- und Lilatöne der Schleifen ziehen sich als farbiger Bogen durch das Bild.Die Leinwand ist in hervorragendem Zustand, die Farbschichten zeigen keine Übermalungen und behalten ihre volle Leuchtkraft. Signiert und datiert unten links: „K. BAUER / 1907“. Maße ohne Rahmen: 48,5 × 78 cm. Gerahmt in einem zeitgenössischen Goldrahmen mit plastischem Wellen- und Kordelornament.Bildbeschreibung und Ikonographie Das Gemälde zeigt das dreiviertellange Porträt eines jungen Mädchens vor einem abgedunkelten, diffusen Hintergrund, der durch ein angedeutetes, vertikal strukturiertes Fensterelement auf der linken Seite räumliche Tiefe erhält. Das Kind blickt mit einem sanften, wachen und leicht melancholischen Ausdruck direkt aus dem Bildraum auf den Betrachter. Ihr langes, dunkles Haar ist im oberen Bereich mit einer großen Schleife drapiert, die farblich mit den violetten Tönen ihres Kleides harmoniert. In ihren Armen hält das Mädchen eine textile Puppe mit rot-braunem Haar, die in ein grünes Tuch oder Kleidchen gewickelt ist. Die Puppe wird schützend, aber fast beiläufig gehalten, was der Szenerie eine intime, ungekünstelte Note verleiht. Das Motiv des Kindes mit Spielzeug insbesondere der Puppe – ist ein klassischer Topos der europäischen Porträtmalerei. Es fungiert hier nicht nur als Attribut der Kindheit, sondern spiegelt in der psychologischen Durchdringung des Gesichts eine tiefe Ernsthaftigkeit wider, die typisch für die Porträtkunst der Jahrhundertwende ist. Stilistische Analyse und kunsthistorische Einordnung: Stilistisch lässt sich dieses im Jahr 1907 entstandene Werk als herausragendes Frühwerk Karl Bauers charakterisieren. Während Bauer in seinem späteren Œuvre und vor allem in seinen grafischen Zyklen eine sehr lineare, streng akademische und an der altdeutschen Kunst orientierte Zeichentechnik pflegte, offenbart sich hier eine bemerkenswert malerische, vom Münchner Impressionismus und Realismus beeinflusste Handschrift. Der Farbauftrag ist geschmeidig und an vielen Stellen – insbesondere bei den weißen Ärmeln und dem Spitzenkragen – pastos und schwungvoll ausgeführt. Das Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro) erinnert an die Einflüsse von Wilhelm Leibl und dessen Kreis, der die Münchner Malerei jener Epoche maßgeblich prägte. Besonders meisterhaft zeigt sich das Kolorit: Das sanfte Inkarnat der Haut kontrastiert harmonisch mit dem strahlenden Weiß der Bluse sowie den tiefen Violett- und Lilatönen der Schleifen. Der dunkle, oliv- und smaragdgrün changierende Hintergrund bringt die Figur plastisch zum Leuchten. Erhaltungszustand und Rahmung :Das Gemälde befindet sich in einem exzellenten, sammelwürdigen Zustand. Die Leinwandspannung ist intakt, die Farbschichten weisen eine hohe Leuchtkraft ohne nennenswerten Substanzverlust oder störende Übermalungen auf. Besonders hervorzuheben ist die Symbiose mit dem historischen Goldrahmen. Die plastische Ornamentik des Rahmens fängt das Licht optimal auf und unterstreicht den musealen Charakter dieses Spitzenwerks. Zusammenfassendes Fazit: Ein exquisites und seltenes Zeugnis der frühen malerischen Phase Karl Bauers. Das Werk besticht durch seine psychologische Feinfühligkeit, die virtuose Handhabung der Öltechnik im Sinne der Münchner Schule und seine makellose optische Präsentation.
Otto Kirchner: Ölgemälde-Miniatur Der Holzschnitzer, signiert, erste Hälfte 20. Jahrhundert
Otto Kirchner (1887-1960) war ein deutscher Bildnis- und Genremaler, der seine Studien an einer privaten Zeichenschule in Duesseldorf begann (1908/09), sich 1910/11 in Italien fortbildete und von 1912 bis 1914 an der Akademie der Bildenden Kuenste Muenchen bei Martin Feuerstein studierte. Das vorliegende kleinformatige Oelgemaelde, 27 x 20,5 cm mit Rahmen, zeigt einen alten Holzschnitzer in seiner Werkstatt: Ein weisshaariger Mann in roter Weste und blauer Schuerze sitzt an seinem Arbeitstisch vor einem Fenster mit Ausblick auf gruene Berge. Vor ihm steht ein kleines Kruzifix aus hellem Holz, auf dem Tisch liegen Werkzeuge. Die Figur blickt leicht laechelnd zur Seite.Kirchner malte nach 1918 vorwiegend kleinformatige Genrebilder; seine Werke wurden im Muenchner Glaspalast ausgestellt. Das Bild ist unten rechts signiert. Die Malweise ist sorgfaeltig und warm, das Licht des Innenraums gut beobachtet.
Julius Simonds: Ölgemälde Der Blumenbote, Düsseldorfer Schule, Zweite Hälfte 19. Jahrhundert
Julius Simmonds (1843–1924) gehört zu den Malern der Düsseldorfer Schule, die das Genre der Alltagsszene zur hohen Kunst erhoben. Zu sehen ist ein kleiner Junge in rotem Kittel, der einer jungen Frau in Tracht einen Blumenstrauß und wohl eine Karte überreicht. Die Frau sitzt vor einem Holzgebäude, die Hände im Schoß, und nimmt das Geschenk entgegen. Licht, Kleidung und die Haltung der Figuren sind mit der Sorgfalt ausgeführt, die die Düsseldorfer Genremalerei des 19. Jahrhunderts auszeichnet.Simmonds studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, dem wichtigsten Zentrum für Genremalerei im deutschsprachigen Raum seiner Zeit. Seine Werke verbinden anekdotische Erzählung mit handwerklicher Präzision. Das Gemälde ist Öl auf Leinwand, unten rechts signiert, und misst mit Rahmen 41,5 × 50 cm.