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Beschreibung

Charlotte (Murkel) Schuberth (1914–2000) war eine der eigenständigsten Malerinnen Schleswig-Holsteins. In Kröslin bei Greifswald geboren, signierte sie ihre Werke stets mit ihrem Spitznamen Murkel. Ein Reisestipendium der Landesregierung brachte sie 1959 erstmals nach Paris. Die Stadt ließ sie nicht mehr los: Die menschliche Figur, bevorzugt in energiegeladener Aktdarstellung, wurde zum Kern ihres Schaffens. Picasso und Modigliani benennt sie selbst als maßgebliche Einflüsse.

Das vorliegende großformatige Werk in Öl auf Leinwand misst 95 × 175 cm und entstand im Spannungsfeld der Jahre 1630 und 1980 – eine für Murkel typische Zeitkollage. Im Bild ist eine sitzende weibliche Figur mit ausladenden weißen Gewandformen zu sehen, über ihr ein eingesetztes dunkles Porträt im Stil der alten Meister. Darunter steht in Murkels Handschrift: „Vielleicht ein Velazqez?". Das Werk kombiniert gestische Zeichnung mit einem real eingearbeiteten oder zitierten Altmeister-Fragment, was es zu einem der raren Materialbilder der Künstlerin macht.

Charlotte Schuberth arbeitete in großen Formaten, plastisch mit der Farbe, und modellierte ihre Figuren voluminös vor ornamentalen Hintergründen. Charakteristisch sind der starke Einsatz von Weiß und Rot-Blau-Akkorde. Das Werk stammt aus einer Kieler Sammlerauflösung und ist Teil einer größeren Gruppe von Hauptwerken der Künstlerin. Retrospektiven wurden 1976 und 1984 in der Pommern-Stiftung gezeigt; das Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde widmete ihr zum 100. Geburtstag eine Ausstellung.

Das Gemälde ist unten rechts signiert mit „Murkel" sowie mit der Jahreszahl 1630/1980 bezeichnet. Provenienz: Kieler Privatsammlung.

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