Eduard Götzelmann: Ölgemälde An der Tränke, signiert, Wien, zweite Hälfte 19. Jahrhundert
4.500,00 €
Beschreibung
Eduard Götzelmann (1830 Wien – 1903 Wien) studierte an der Akademie der bildenden Künste in München und war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der gefragten Wiener Tier- und Genremaler. Seine Pferde- und Viehszenen, häufig aus den Kronländern der Habsburgermonarchie, waren regelmäßiger Bestandteil der österreichischen und internationalen Kunstausstellungen seiner Zeit. Heinrich Fuchs führt ihn in seinem Standardwerk „Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts“, Wien 1975.
Das Gemälde „An der Tränke“ in Öl auf Leinwand, 104 × 66 cm ohne Rahmen, zeigt eine norddeutsch anmutende Sommerweide mit einer Herde Rinder. Im Vordergrund säumen mehrere Tiere ein flaches Wasserbecken, in dem sich der Wolkenhimmel spiegelt. Braune, rotbraune und gefleckte Kühe stehen zum Trinken, eine helle Kuh ruht im Gras, rechts setzen lichte Birken einen vertikalen Akzent. Im Mittelgrund grast eine weitere Gruppe, die Landschaft öffnet sich nach links in eine weite Ebene unter ziehenden Wolken.
Die malerische Behandlung der Felle, das genaue Beobachten der Tieranatomie und die Atmosphäre des wechselnden Lichts sind kennzeichnend für Götzelmanns reife Schaffensphase. Das Gemälde ist unten links signiert. Der Verkauf erfolgt nach § 25a UStG (Differenzbesteuerung).
Haben Sie ein besonderes Stück?
Erbstück, Dachbodenfund oder gezielter Verkauf: Wir beraten Sie persönlich zu Wert und Verkaufsmöglichkeiten Ihrer Gemälde, Kunstwerke und Skulpturen.
Weitere Kunstwerke in „Tiere“
Prof. Otto Heinrich Engel (1866 Erbach/Odenwald – 1949 Glücksburg) Konvolut von 4 eigenhändigen Original-Handzeichnungen (davon 1 koloriert)
Objektbeschreibung & Technische DatenObjektgattungKonvolut von 4 eigenhändigen Original-Handzeichnungen (davon 1 koloriert)KünstlerProf. Otto Heinrich Engel (1866 Erbach/Odenwald – 1949 Glücksburg)Gesamtgröße (Montierung)Ca. 30 cm × 20 cmSignatur & DatierungAlle Arbeiten monogrammiert („OHE“) bzw. voll signiert („O. H. Engel“), teils datiert (z. B. „27.II.28“ und „16“)Motive1× Kolorierte Winterszene / Landschaftsstudie mit Titelbezeichnung („Lose Post“)3× Naturstudien schlafender bzw. ruhender KatzenAusführliche Analyse des Malsduktus & ZeichenstilsDas vorliegende Konvolut bietet einen faszinierenden Einblick in das intime zeichnerische Œuvre von Otto Heinrich Engel, der vor allem als Mitbegründer der Berliner Secession und Meister des deutschen Impressionismus bekannt ist. Der Malsduktus und Zeichenstil der vier Arbeiten lässt sich wie folgt charakterisieren:1. Die kolorierte Zeichnung (Obere Position — „Lose Post“, datiert 1928):Diese Arbeit demonstriert Engels meisterhaften Umgang mit dem flüssigen Medium des Aquarells in Kombination mit einer feinen, strukturierenden Feder- oder Stiftzeichnung. Der Duktus ist hier von einer bemerkenswerten Leichtigkeit und Spontaneität geprägt. Mit schnellen, treffsicheren Linien erfasst er die Konturen der winterlichen Szenerie und des architektonischen Elements (ein verschneiter Kasten oder Brunnen). Die Kolorierung erfolgt in transparenten, impressionistisch anmutenden Lasuren: Ein gedämpftes Seegrün und subtile Blautöne evozieren eine kühle Winterstimmung, während gezielte Farbsetzunge (Gelb, Rotbraun) visuelle Akzente setzen. Die weiße Schneedecke wird geschickt durch das Aussparen des Papiergrundes (Negativtechnik) realisiert – ein typisches Merkmal versierter Freiluftmaler.Kunsthistorische Expertise — Otto Heinrich Engel 12. Die Katzenstudien (Mittlere und untere Positionen):Die drei Tierstudien zeigen Engel als exzellenten Beobachter der Natur und knüpfen an die Tradition des Secessionismus an, alltägliche, unprätentiöse Motive in ihrer Unverfälschtheit einzufangen.• Die rechte, vertikale Studie: Hier zeigt sich ein besonders feiner, akademisch geschulter und dennoch freier Strich. Mit subtilen Parallelschraffuren und weich fließenden Konturlinien gelingt es Engel, das dichte, weiche Fell der schlafenden Katze plastisch und fühlbar zu modellieren. Der Fokus liegt ganz auf dem Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro), das durch die feinen Abstufungen des Graphit- oder Kreidestifts erzeugt wird. Die Signatur „O. H. Engel“ unten links unterstreicht den autonomen Werkcharakter dieser Studie.• Die linken Studien (auf hellem und grauem Papier): Diese Skizzen sind deutlich vom spontanen, suchenden Charakter des Impressionismus geprägt. Der Duktus ist zügig, fast skizzenhaft verkürzt. Engel reduziert den Körper der Katze auf wesentliche Formkomplexe und konzentriert sich auf die Dynamik der zusammengerollten, ruhenden Pose. Besonders auf dem grauen Tonpapier nutzt er den dunklen Strich für tiefe Schatten, um der kleinen Zeichnung trotz ihrer Ökonomie der Mittel eine beachtliche Tiefe und Plastizität zu verleihen.Fazit zum Zeichenstil: Engels Dutzus bewegt sich im Spannungsfeld zwischen solider akademischer Formbeherrschung (erlernt unter Anton von Werner und Paul Hoecker) und der Befreiung des Strichs durch den Impressionismus. Die Zeichnungen besitzen einen ungemein frischen, unmittelbaren Charakter, der die direkte Wahrnehmung des Künstlers ohne akademische Erstarrung transportiert.Ausführliche Biografie (Vita) des KünstlersOtto Heinrich Engel (* 27. Dezember 1866 in Erbach im Odenwald; † 30. Januar 1949 in Glücksburg) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Freiluftmalerei und des Impressionismus in Deutschland an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.Ausbildung und akademische Lehrjahre:Als einziges Kind des Pastors und konservativen Politikers Heinrich Engel wuchs er in einem bürgerlich- christlichen Umfeld auf. Nach einer unsteten Schulzeit, die er ohne formalen Abschluss beendete, folgte er seiner künstlerischen Berufung. Seine Ausbildung begann er an der Königlichen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin unter dem einflussreichen, akademisch-konservativen Direktor Anton von Werner. Um sich von den starren akademischen Fesseln zu befreien, wechselte Engel 1890 an die Großherzoglich Badische Kunstschule nach Karlsruhe zu Caspar Ritter. Den entscheidenden Impuls erhielt er schließlich an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er Schüler von Paul Hoecker wurde. Hoecker, ein Wegbereiter der Moderne, öffnete Engels Blick für die zeitgenössische französische und dänische Malerei sowie für die reine Freiluftmalerei (Pleinairmalerei).Die Entdeckung von Ekensund und der Insel Föhr:Zwischen 1892 und 1910 verbrachte Engel regelmäßige Studienaufenthalte in der Künstlerkolonie Ekensund an der Flensburger Förde. Hier entwickelte er – inspiriert von der herben norddeutschen Landschaft – seine charakteristische, lichtdurchflutete Malweise. Zum eigentlichen Zentrum seinesKunsthistorische Expertise — Otto Heinrich Engel 2künstlerischen Schaffens wurde jedoch die Nordseeinsel Föhr, die er 1901 erstmals besuchte. Engel gilt bis heute als der künstlerische „Entdecker“ dieser Insel. In Werken wie „Am Sonntag Nachmittag“ oder „Nach der Trauung“ hielt er das Leben der friesischen Bevölkerung, deren traditionelle Trachten und die unendliche Weite der Küstenlandschaft in meisterhaften impressionistischen Kompositionen fest.Berliner Secession und institutioneller Erfolg:Im Jahr 1898 gehörte Otto Heinrich Engel gemeinsam mit Künstlern wie Max Liebermann, Walter Leistikow und Max Slevogt zu den historischen Gründungsmitgliedern der Berliner Secession. Diese Künstlervereinigung begehrte erfolgreich gegen den verkrusteten akademischen Kunstbetrieb auf und etablierte den Impressionismus in Deutschland.Engels Werk fand rasch höchste offizielle Anerkennung. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung wurde er 1902 mit der Kleinen Goldmedaille und 1908 mit der Großen Goldmedaille ausgezeichnet. Ebenfalls 1908 stellte ihn der renommierte Kunsthändler Paul Cassirer gemeinsam mit Max Liebermann und Alexej von Jawlensky in seinem Berliner Salon aus. Im Jahr 1906 wurde Engel zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in Berlin gewählt, und 1908 ernannte man ihn zum Honorarprofessor.Spätwerk und Nachleben:Obwohl er seinen Hauptwohnsitz über Jahrzehnte in Berlin hatte, blieb er dem Norden eng verbunden. Nach den Erschütterungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und einem gesundheitlichen Rückschlag durch einen Schlaganfall im Jahr 1944 zog er sich endgültig nach Glücksburg zurück, wo er 1949 im Alter von 82 Jahren verstarb.Heute sind seine Werke in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter die Nationalgalerie Berlin, das Museum Kunst der Westküste in Alkersum auf Föhr sowie die Museen in Flensburg und Kiel. Seine Arbeiten erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt anhaltend hohe Wertschätzung als authentische Zeugnisse des deutschen Impressionismus.Weitere ausführliche Informationen zu Otto Heinrich Engel
Albert Heinrich Brendel (1827 Berling – 1895 Weimar)-Schafe im Stall-Ölgemälde
Künstler:Albert Heinrich Brendel(1827 Berling – 1895 Weimar)Format:20 cm × 12 cm (Miniatur)Werktitel:Schafe im StallTräger / Medium:Öl auf PlatteSignatur:Oben rechts original signiert„A. Brendel.“Zustand:Sehr guter OriginalzustandAlbert Heinrich Brendel zählt zu den bedeutendsten deutschen Tier- und Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Seine Ausbildung begann er im Atelier von Wilhelm Schirmer in Berlin und setzte sie an der Berliner Kunstakademie fort. Ein prägender Meilenstein war seine Übersiedlung nach Frankreich im Jahr 1854. Über fünfzehn Jahre lebte und arbeitete er in Barbizon am Wald von Fontainebleau, der Wiege des europäischen Plenairismus.In Frankreich pflegte er engen kollegialen Austausch mit den Meistern der Schule von Barbizon, insbesondere mit Théodore Rousseau, Jean-François Millet und dem renommierten Schafsmaler Charles-Émile Jacque. Brendels Werke gewannen internationale Anerkennung und wurden mehrfach auf dem Pariser Salon mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er 1875 als Professor an die Großherzoglich- Sächsische Kunstschule in Weimar berufen, der er zwischen 1881 und 1884 auch als Direktor vorstand. Er gilt als tragende Säule der Weimarer Malerschule.Das vorliegende Gemälde zeigt ein für Brendels Œuvre meisterhaftes und zutiefst charakteristisches Sujet: Eine Gruppe von Schafen im dämmrigen Schutz eines Stalls. Im Zentrum der Komposition steht ein aufrecht positioniertes Schaf in Dreiviertel-Rückansicht, welches den Blick des Betrachters lenkt. Es wird flankiert von zwei ruhenden Tieren im Vordergrund.Die Komposition nutzt ein ausgefeiltes Chiaroscuro (Hell-Dunkel-Malerei). Ein gezielter Lichteinfall von der rechten Seite durch bricht die Dunkelheit des Stallraums und illuminiert selektiv den Rücken sowie die Flanken des stehenden Tieres. Diese Lichtführung verleiht der Szenerie eine intime, beinahe andächtige Stille und fängt die warme, dunstige Atmosphäre des Interieurs greifbar ein. Ein hölzernes Gatter im rechten Drittel strukturiert den Raum, während im tiefen Schatten der linken Bildhälfte weitere Schafe schemenhaft angedeutet werden und dem Raum so eine subtile Tiefe verleihen.Trotz des anspruchsvollen, extrem kleinen Miniaturformats (20 × 12 cm) verzichtet Brendel zugunsten einer lebendigen Unmittelbarkeit auf eine starre, rein akademische Detailmalerei. Der Malduktus offenbart den unverkennbaren Einfluss der Freilichtmalerei von Barbizon:• Pastoser Farbauftrag (Impasto): Das Wollkleid der Tiere ist mit dicken, entschlossenen Pinselstrichen plastisch modelliert, wodurch das Licht effektvoll gebrochen wird.•Skizzenhafte Dynamik: Hintergrund, Stroh und Stallwände sind flächig und mit breitem, schnellem Pinselstrich angelegt. Diese vitale Technik erzeugt eine plastische Textur, ohne das Motiv zu überladen.Fazit und Wertung: Das Werk befindet sich in einem hervorragenden, unrestaurierten Originalzustand mit geschlossener Malschicht. In Kombination mit dem historischen, altersgemäß patinierten Goldrahmen und der authentischen Signatur stellt diese Miniatur ein exquisites Kabinettstück dar, welches Brendels meisterhafte Beherrschung von Licht und Tieranatomie im kleinen Format eindrucksvoll dokumentiert.
Victor Vasarely: Farbsiebdruck Spielende Zebras auf Mosaik, bezeichnet, Op Art, 1972
Victor Vasarely (1906-1997) ist neben Bridget Riley der bekannteste Vertreter der Op Art. Das vorliegende Blatt zeigt zwei ineinander verschlungene Zebras in Schwarz-Weiss vor einem quadratischen Mosaikhintergrund in Rottönen und Violett. Die schwarzen Streifenmuster der Tiere laufen über die Körpergrenzen hinaus und verweben die Figuren miteinander. Die Komposition erzeugt eine optische Spannung zwischen Flaeche und Bewegung.Die Farbsiebdruckgrafik, 74 x 62 cm Blattgrösse, entstand 1972 als nummerierte Auflage (233/275). Sie ist unten rechts von Vasarely handsigniert. Das Blatt repraesentiert Vasarelys Konzept der Demokratisierung der Kunst durch hochwertige Druckgrafiken in grösseren Auflagen. Vasarely nahm an der documenta 1955, 1964 und 1968 teil und stellte zur Eroeffnung des Guggenheim-Museums New York 1959 aus. Seine Museen in Gordes (1970) und Aix-en-Provence (1976) sowie das Vasarely-Museum in Pecs (1976) dokumentieren sein Lebenswerk. 7% MwSt. gem. Paragraph 12 Abs. 2 Nr. 13 UStG.
Ölgemälde: Tauben vor dem Taubenhaus, Tiermalerei, 19. Jahrhundert
Das Gemälde zeigt fünf Tauben verschiedener Färbung vor einem Taubenhaus. Eine Taube sitzt erhöht auf dem Eingangsvorsprung des Holzhäuschens, drei weitere stehen unten auf einer Holzfläche, eine weiße hält sich abseits. Das Gefieder ist in Grau, Weiß, Graugrün und Rotbraun naturalistisch wiedergegeben. Hintergrund und Umgebung sind in helle Blaugrün- und Gelbtöne aufgelöst. Das Format ist klein und intim, der Farbauftrag sorgfältig und detailgenau. Das Gemälde ist Öl auf Leinwand und in einen reich ornamentalen Goldrahmen im Historismusstil gefasst. Bildmaß: 19 × 29 cm.Tiermalerei dieser Art war im 19. Jahrhundert ein eigenständiges Genre. Die Taube galt seit der Antike als Symbol für Unschuld, Frieden und Treue.