Lehmpfuhl ,Christopher-Christopher Lehmpfuhl: Ölgemälde Blick durchs Schilf, signiert datiert, Realismus, 1999
3.450,00 €
Beschreibung
Künstlerische Expertise & Biografie
Christopher Lehmpfuhl (* 1972 in Berlin)
Blick durchs Schilf
1999 (Signiert / Monogrammiert in die nasse Farbe geritzt) 47 cm x 5 cm (Extremes Panoramaformat)
Ölgemälde (Öl auf Leinwand / Karton)
1. Analyse des Malduktus und Bildkomposition
Das vorliegende Gemälde „Blick durchs Schilf“ aus dem Jahr 1999 ist ein exemplarisches Frühwerk des renommierten Berliner Pleinair-Malers Christopher Lehmpfuhl. Es besticht durch eine außergewöhnliche Dynamik und Materialität, die für Lehmpfuhls unverkennbaren Stil prägend sind.
Der plastische und haptische Farbrausch: Lehmpfuhl arbeitet in einer extremen Ausprägung der sogenannten Impasto-Technik. Typisch für seine Arbeitsweise – die sich in diesem Werk von 1999 bereits in voller Reife zeigt – ist der Verzicht auf den klassischen Pinsel zugunsten des direkten Farbauftrags mit den Händen, Fingern oder direkt aus der Tube. Die Ölfarbe wird nicht flächig vermalt, sondern reliefartig auf den Bildträger aufgetragen, modelliert und regelrecht plastisch geformt. Am linken und rechten Bildrand, wo das dichte Schilf emporragt, erzeugt dieser pastose Farbauftrag eine fühlbare Dreidimensionalität, die der Bewegung des Windes eine greifbare Textur verleiht.
Die Dynamik des Moments (Pleinair-Malerei): Das Werk ist unter freiem Himmel (Plein Air) entstanden. Jedes Detail zeugt von der Unmittelbarkeit des Natureindrucks. Die geschwungenen, fast peitschenden Linien des im Zentrum liegenden, knorrigen Astes oder Baumes wurden mit Vehemenz in die dicke Farbschicht eingearbeitet. Lehmpfuhl ritzt zudem häufig seine Signaturen oder Jahreszahlen mit dem Pinselstiel direkt in die noch feuchte, pastose Ölmasse (hier links/ mittig sichtbar als eingeritzte Datierung „1999“). Die Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche im Hintergrund kontrastieren stark mit den dunklen, erdigen Tönen des Geästes und den lebendigen Grüntönen des Schilfs.
Das extreme Panoramaformat: Mit den Maßen 47 cm x 5 cm wählt der Künstler ein radikales Breitwandformat. Diese Fokussierung zwingt den Betrachterblick zu einer horizontalen Wanderung – analog zum realen Abschwenken einer Uferlandschaft. Es entsteht der Eindruck eines flüchtigen, intimen Blickfelds durch eine natürliche Barriere hindurch auf das dahinterliegende, weite Licht des Wassers.
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„Lehmpfuhls Malerei ist ein Akt physischer Hingabe an das Licht und das Wetter. Seine Bilder bilden Natur nicht bloß ab, sie sind materialisierte Atmosphäre.“
2. Vita des Künstlers
Christopher Lehmpfuhl gilt heute als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter der Freilichtmalerei (Pleinairmalerei) in Europa. Seine Meisterschaft liegt im Einfangen von Lichtarchitekturen und atmosphärischen Extremen.
Geboren in Berlin. Er lebt und arbeitet bis heute in seiner Heimatstadt.
Erster prägender Malunterricht bei dem Künstler Wolfgang Prehm.
Studium der Malerei an der renommierten Hochschule der Künste (HdK) Berlin in der Klasse von Professor Klaus Fußmann. Fußmann, selbst ein Meister der Farbe, prägt Lehmpfuhls Verständnis für Landschaften nachhaltig.
1996–1997 Erste große Mal- und Studienreisen nach Lappland und Australien, die sein Gespür für extremes Licht und weite Horizonte schärfen.
1998 Ernennung zum Meisterschüler von Professor Klaus Fußmann. Gewinn des renommierten GASAG-Kunstpreises sowie Aufnahme als Mitglied im Verein Berliner Künstler.
1999 Aufnahme in den Künstlersonderbund in Deutschland (später von 2001–2007 auch im Vorstand tätig). In dieses Jahr fällt auch die Entstehung des vorliegenden Werkes, das den Übergang von der Akademiezeit hin zum freischaffenden Erfolg markiert.
2000 Auszeichnung mit dem Franz-Joseph-Spiegler-Preis (Schloss Mochental, Ehingen).
2001–2006 Umfangreiche Lehrtätigkeiten, u.a. an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, der Akademie für Bildende Kunst Vulkaneifel in Steffeln und später als Dozent an der Akademie für Malerei Berlin (bis 2010).
2003 Aufnahme in die renommierte Künstlergruppe der Norddeutschen Realisten, mit denen er zahlreiche Pleinair-Symposien bestreitet.
2006 Verleihung des Kunststipendiums und des Bayerischen Kunstpreises der Akademie der Schönen Künste, München.
2009 Großer institutioneller Auftrag anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls: Lehmpfuhl bereist und malt alle 16 deutschen Bundesländer.
2015–2020 Große Zyklen entstehen, darunter die Dokumentation des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses (Schlossplatz-Zyklus). Umfassende Retrospektiven, darunter in der
1972
1985–1992
1992–1998
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Reithalle von Schloss Gottorf (2021) unter dem Titel „Farbrausch“ und im Museum Würth („Zwischen Pathos und Pastos“).
3. Rezeption und Sammlungen
Die Werke von Christopher Lehmpfuhl befinden sich heute in bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen im In- und Ausland, darunter im Deutschen Bundestag (Berlin), der Sammlung Würth (Künzelsau), der Kunsthalle Emden, dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf sowie in zahlreichen Bank- und Versicherungssammlungen. Seine Meisterschaft, die physische Realität von Farbe und das ephemere Wesen des Lichts zu verschmelzen, macht seine Arbeiten zu gesuchten Sammlerobjekten des modernen Realismus.
Wissenswertes über Christopher Lempfuhl
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