Vladimír Křepinský (1917–1985) Liegender Akt von hinten (Ležící akt)Ölgemälde
3.000,00 €
Beschreibung
Künstler: Vorläufiger Titel: Medium:
Maße:
Signatur:
Vladimír Křepinský (1917–1985)
Liegender Akt von hinten (Ležící akt)
Ölgemälde auf Leinwand
90 cm x 60 cm
Unten links signiert („Krepinsky“)
1. TITELBESTIMMUNG
In Analogie zu dokumentierten Vergleichswerken des Künstlers in tschechischen Auktionsregistern wird dieses Werk deskriptiv als „Ležící akt“ (Liegender Akt) oder spezifischer als „Liegender weiblicher Akt in Rückenansicht“ geführt. Křepinský wählte für seine Aktdarstellungen meist schlichte, klassische Gattungsbezeichnungen, die den Fokus rein auf die formale Komposition und das Spiel aus Licht und Körperlichkeit lenken.
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2. AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DES MALDUKTUS
Der Malduktus des vorliegenden Werkes zeigt eine reife, stark strukturierte und expressive Handhabung des Mediums Öl. Křepinský arbeitet hier nicht mit feinen, glatt lasierenden Schichten, sondern setzt auf einen dichten, pastosen Farbauftrag (Impasto), der dem Bild eine spürbare plastische und reliefartige Textur verleiht.
Der Körper des Aktes ist in einer feinen Nuancierung aus kurzen, nebeneinandergesetzten Pinselstrichen modelliert. Anstelle von rein akademischen, glatten Hauttönen zerlegt der Künstler das Fleisch in ein vibrierendes Farbnetz aus Ocker, warmem Gelb, zarten Rosatönen und kühlen, grünlich-blauen Schattenreflexen. Diese impressionistisch anmutende Pointierung kontrastiert stark mit den flächigeren Abschnitten des Hintergrunds.
Besonders auffällig ist der Duktus im Bereich der tiefschwarzen, markanten Haarkappe: Hier liegt die Farbe extrem dicht und kompakt, fast wie ein schwerer, skulpturaler Block, der dem fließenden, organischen Linienlauf des Körpers ein grafisches Gegengewicht entgegensetzt. Die Konturen des Körpers sind nicht scharf gezeichnet, sondern ergeben sich organisch aus dem Wechselspiel der kontrastierenden Farbflächen. Der weiße Untergrund, auf dem das Modell ruht, ist mit dynamischen, vertikalen Pinselzügen strukturiert, was der statischen Pose eine latente innere Bewegung verleiht.
3. AUSFÜHRLICHE KÜNSTLERBIOGRAFIE (VITA)
Vladimír Křepinský (* 1917; † 1985) war ein bedeutender tschechischer Maler des 20. Jahrhunderts, dessen
Schaffen fest in der Tradition der tschechischen Nachkriegsmoderne verwurzelt ist.
• Herkunft und Ausbildung: Geboren im Jahr 1917, erlebte Křepinský seine künstlerische Prägung in einer Epoche tiefgreifender gesellschaftlicher und ästhetischer Umbrüche in Mitteleuropa. Seine akademische Ausbildung fiel in die Zeit, in der sich die tschechische Kunst zwischen traditionellem Realismus, Impressionismus und den Einflüssen der europäischen Avantgarde positionierte.
• Stilistische Einordnung: Křepinský erlangte vor allem durch seine Porträts, Aktdarstellungen, Stillleben sowie stimmungsvolle Stadtlandschaften (insbesondere Motive aus Prag) regionale und nationale Bekanntheit. Sein Stil zeichnet sich durch einen balancierten Übergang von einer realistischen Grundauffassung hin zu einer expressiven, farbintensiven Interpretation der Formen aus. Seine Akte spiegeln eine tiefe Auseinandersetzung mit der menschlichen Anatomie und der Sinnlichkeit des Lichts wider.
•Rezeption und Markt: Die Werke von Vladimír Křepinský sind regelmäßiger Bestandteil des tschechischen Kunstmarktes (u. a. geführt in renommierten Galerien wie der Galerie Platýz). Seine großformatigen Ölgemälde auf Leinwand gelten als charakteristische Sammlerstücke der osteuropäischen Nachkriegskunst und dokumentieren die meisterhafte Fortführung klassischer Sujets unter modernen, strukturellen Gesichtspunkten.
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